Autor: Johannes Mirus

  • Drohnenaufnahmen: Die ergänzende Perspektive

    Drohnenaufnahmen: Die ergänzende Perspektive

    Auf Social Media geht es um Sekunden: Entweder man bleibt hängen oder scrollt weiter. Zwischen Alltagsschnappschüssen und Hochglanz-Posts braucht es Content, der sofort auffällt. Drohnenaufnahmen schaffen das: eine Perspektive, die man nicht jeden Tag sieht und die deinem Content das gewisse Etwas verleiht.

    Warum Drohnencontent auf Social Media gut funktioniert

    Wir setzen Drohnenaufnahmen schon länger ein, weil sie im Feed wirklich einen Unterschied machen. Die Sicht von oben ist ungewohnt und deshalb spannend. Ein ruhiger Flug über eine Location, ein schöner Schwenk entlang des Rheins oder ein Reveal über einer Eventfläche: Das fühlt sich direkt „größer“ an als klassische Aufnahmen vom Boden. Und dieses Gefühl sorgt dafür, dass Menschen hängenbleiben.

    Der Blick von oben: nicht nur schön, auch hilfreich

    Drohnenbilder sind nicht nur schön, sondern bieten Orientierung, weil man Zusammenhänge besser versteht: Wie groß ist ein Event wirklich? In welcher Umgebung liegt ein Restaurant? Und wie wirkt ein Ort, wenn man ihn im Ganzen sieht? Diese Art von Kontext macht Content glaubwürdiger und emotionaler. Gerade auf Social Media, wo oft nur Ausschnitte gezeigt werden, bringt so ein Blick von oben eine ganz neue Ebene rein. Mit Luftaufnahmen erzählt man mehr, ohne mehr erklären zu müssen.

    Planung schlägt Technik

    Auch technisch sind Drohnen mittlerweile so weit, dass man kein Filmstudio mehr braucht, um gute Ergebnisse zu bekommen. Aber „gute“ Drohnenaufnahmen entstehen nicht automatisch, nur weil eine Drohne in der Luft ist. Am Ende zählt die Planung. Wichtig ist, dass man Licht, Wetter und die Plattform, für die man produziert, im Kopf hat. Ein Clip für TikTok oder ein Instagram-Reel braucht einen anderen Schnitt und ein anderes Tempo als ein Video für YouTube oder eine Website. Wir denken deshalb schon vor dem Dreh in Formaten. Das spart Zeit und macht das Material am Ende besser nutzbar.

    Aus einem Flug können verschiedene Inhalte generiert werden, zum Beispiel:

    • Ein 15-Sekunden-Clip für Reels
    • Ein 30-Sekunden-Trailer für YouTube
    • Mehrere statische Beitragsbilder für den Feed
    • Ein längerer Schnitt für die Website

    Safety first

    Die Erstellung von Drohnen-Content unterliegt rechtlichen Vorschriften. Je nach Ort gibt es Flugverbotszonen, Auflagen und Themen wie Datenschutz, die man ernst nehmen muss. Wer fliegt, braucht deshalb die passenden Genehmigungen und im besten Fall einen Drohnenführerschein. Das gewährleistet, dass Aufnahmen nicht nur kreativ, sondern auch sicher und rechtlich einwandfrei entstehen. Bei uns sind alle Piloten entsprechend geschult, weil’s am Ende Zeit, Nerven und Diskussionen spart und man das Material ohne Bauchschmerzen verwenden kann.

    Drohne ersetzt nicht, sie ergänzt

    Was uns in der Praxis immer wieder auffällt: Drohnenaufnahmen sind kein Ersatz für klassische Fotos oder Videos, sondern eine Ergänzung. Sie bringen Abwechslung rein, erweitern die Story und geben dem Ganzen mehr Tiefe. Egal ob Event, Unternehmensporträt, Restaurant- oder Stadtmarketing: Der Perspektivwechsel sorgt fast immer für den kleinen Wow-Moment, den man im Feed so dringend braucht.

    Typische Use-Cases für Social Media:

    • Events: Dokumentation der Atmosphäre und Ausdehnung von Festivals oder Messen.
    • Lokale Unternehmen: Präsentation des Geschäfts- oder von Produktionsstätten aus einprägsamen Perspektiven.
    • Immobilien: Grundstücke und Häuser in ihrer Gesamtheit zeigen.
    • Destination Marketing: Städte und Landschaften aus einer neuen Perspektive präsentieren.

    Der Blickwinkel, der hängenbleibt

    Bonn von oben ist immer eine gute Idee. Ob Festival auf dem Kunstrasen, Unternehmensfilm oder Stadtporträt: Drohnenaufnahmen bringen Leben in den Social-Media-Feed. Sie zeigen Bonn (und alles drumherum) aus einer Perspektive, die man so sonst nicht zu sehen bekommt. Wenn Sie also Lust haben, Ihren Content mal aus einem neuen Blickwinkel zu zeigen: Lassen Sie uns reden! Wir wissen aus Erfahrung, was aus der Luft gut wirkt und wann man lieber am Boden bleiben sollte.

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  • Dokumentation beim Barcamp: Wie Inhalte festgehalten werden können

    Dokumentation beim Barcamp: Wie Inhalte festgehalten werden können

    Barcamps leben vom Austausch und der Selbstorganisation ihrer Teilnehmer*innen. Eine zentrale Herausforderung ist jedoch oft die nachhaltige Sicherung der Erkenntnisse und Ergebnisse, die in den Sessions entstehen. Traditionell liegt die Verantwortung der Dokumentation bei den Teilnehmenden selbst. Doch aus unserer Erfahrung wissen wir, dass man als Veranstalter*in gezielt nachhelfen kann, um die Erkenntnisse nicht im (digitalen) Nirwana verschwinden zu lassen.

    Wir stellen verschiedene Ansätze vor, aufsteigend geordnet nach Komplexität und dem Grad der Ergebnissicherung:

    1. Kommunikation eines Hashtags und Aufruf zur Social-Media-Begleitung

    Dies ist der puristischste Ansatz und entspricht dem ursprünglichen Barcamp-Gedanken der Selbstorganisation.

    • Vorteile: Minimaler Organisationsaufwand für Veranstaltende. Der Spirit des Barcamps, bei dem sich die Teilnehmer*innen selbst organisieren, bleibt vollständig erhalten.
    • Nachteile: Die Ergebnissicherung ist hier am wenigsten zuverlässig. Nicht alle Teilnehmenden sind aktiv in sozialen Medien unterwegs. Die Dokumentation verteilt sich auf viele Kanäle und Plattformen, was das Zusammenfassen erschwert. Zudem sind Beiträge auf manchen Plattformen (z.B. in Instagram Stories) nicht öffentlich zugänglich oder verschwinden nach kurzer Zeit. Die Zeiten, in denen eine einfache Twitter-Wall ausreichte, sind vorbei.

    2. Freiwillige Dokumentation durch Session-Teilnehmende

    Bei dieser Art der Dokumentation wird allgemein dazu aufgerufen, während der Session ein Protokoll zu führen.

    • Vorteile: Geringer Organisationsaufwand. Es sollte jedoch ein zentraler Ort (z.B. ein Etherpad, Google-Doc) oder eine E-Mail-Adresse für die Einreichung der Protokolle definiert werden.
    • Nachteile: Die Dokumentation ist weiterhin unzuverlässig. Oft fühlt sich bei unklaren Zuständigkeiten niemand verantwortlich. Schlimmer noch: Session-Gebende könnten sich unter Druck gesetzt fühlen, was die Qualität ihrer Session beeinträchtigen oder sogar verhindern kann, dass sie überhaupt Sessions anbieten. Die Dokumentationsarten und -formen sind zudem sehr heterogen.

    3. Freiwillige Dokumentation mit Vorlagen

    Für jede Session wird eine Vorlage (digital, auf Papier, Flipchart) bereitgestellt, die die Art der Dokumentation vordefiniert (z.B. Titel, Session-Gebende*r, Stichpunkte, Key Facts).

    • Vorteile: Einheitlichere Protokolle und eine höhere Verbindlichkeit. Teilnehmende können sich ermutigt fühlen, weil klar wird, was von einem Protokoll erwartet wird.
    • Nachteile: Es muss immer noch eine*n Protokollant*in gefunden werden, was die Nachteile von Punkt 2 mit sich bringt. Trotz aller Vorgaben variiert die Qualität der Ergebnisse. Unsere Erfahrung zeigt, dass mit dieser Lösung nicht mehr als etwa die Hälfte der Sessions tatsächlich festgehalten wird.

    4. Graphic Recording

    Sessions werden von professionellen Graphic Recorder*innen zeichnerisch begleitet.

    • Vorteile: Veranstaltende können genau definieren, welche Sessions und in welcher Form aufgezeichnet werden sollen (ausgewählte Sessions, ein bestimmter Track, Auszüge aus allen Sessions oder basierend auf Protokollen). Die Aufzeichnungsqualität ist sehr einheitlich, da meist nur eine Person beteiligt ist.
    • Nachteile: Ein Graphic Recorder kann nicht jede Session dokumentieren – es sei denn, man beauftragt mehrere Personen. Zudem fehlt es gerade bei fachlichen Diskussionen oft am Hintergrundwissen, sodass die Protokolle eher oberflächlich bleiben. Graphic Recordings geben naturgemäß eher Themen und Stimmungen visuell wieder. Zudem muss man das Budget dafür einplanen (voraussichtlich im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich).

    5. Dokumentation durch Protokollant*innen

    In jedem Sessionraum sitzt eine*n fest zugeordnete*r Protokollant*in. Idealerweise protokolliert diese in einem Etherpad oder einem ähnlichen Online-Tool, sodass die Ergebnisse live, zentral und sicher verfügbar sind (stabiles Internet vorausgesetzt).

    • Vorteile: Dies bietet die größtmögliche Zuverlässigkeit und Vollständigkeit der Protokolle. Eine hohe Einheitlichkeit ist bei entsprechender Schulung und bestenfalls einer Protokollvorlage (siehe Punkt 3) gewährleistet. Die Teilnehmer*innen können sich voll auf die Inhalte konzentrieren. Die Protokolle können live oder im Anschluss allen Teilnehmenden zur Verfügung gestellt werden.
    • Nachteile: Dieser Ansatz ist mit einem höheren Aufwand an Personal und Vorbereitung, gegebenenfalls auch Nachbereitung, verbunden. Wenn man externe Protokollierende beauftragt, fallen zusätzliche Kosten an.

    6. Aufzeichnung der Sessions per Audio und/oder Video

    Jede Session wird aufgezeichnet.

    • Vorteile: Eine originalgetreue Abbildung des Gesprochenen. Mit entsprechenden Tools können die Aufzeichnungen auch transkribiert werden.
    • Nachteile: Sehr aufwändig in Bezug auf Kosten und Personal. Es entstehen große Datenmengen, die bearbeitet werden müssen. Zudem mögen Teilnehmer*innen solche Aufzeichnungen erfahrungsgemäß nicht, da die intime Atmosphäre eines Barcamps massiv leiden kann und Sessions aus Angst vor zu großer Öffentlichkeit, insbesondere bei heiklen Themen, möglicherweise nicht angeboten werden.

    Unser Fazit

    Aus unserer reichhaltigen Barcamp-Erfahrung sehen wir die besten Ergebnisse und das optimale Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag bei der Protokollierung durch feste Protokollant*innen (Punkt 5). Wenn das Budget es zulässt, empfehlen wir gerne auch ein zusätzliches Graphic Recording, da dies das Barcamp noch einmal auf eine andere, visuelle Weise einfängt und bleibende Erinnerungen schafft.

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  • Wie wir mit der Initiative #SaveSocial das Internet retten wollen

    Wie wir mit der Initiative #SaveSocial das Internet retten wollen

    Wir setzen uns seit Jahren für ein freies, offenes und demokratisches Internet ein. Gerade weil wir so viel in sozialen Medien unterwegs sind und arbeiten. Deshalb haben wir uns ohne zu zögern der Initiative #SaveSocial angeschlossen. Sascha und Johannes gehören zu den 100 Erstunterzeichnenden. Zusammen mit Prominenten wie Marc-Uwe Kling, Jan Delay, Eckart von Hirschhausen und vielen anderen fordern wir: Soziale Netzwerke müssen als demokratische Kraft gestärkt werden, und der Einfluss der großen Tech-Monopole wie Meta, TikTok und X muss begrenzt werden.

    Warum ist uns das so wichtig? Weil wir gerade dabei sind, die Redefreiheit im Internet zu verlieren – und damit auch ein Stück unserer Demokratie. Die Macht der großen Plattformen, die mit intransparenten Algorithmen unsere Debatten lenken und unabhängige Medien an den Rand drängen, ist längst zu groß geworden. Werbung, Hass und Desinformation dominieren, während Qualitätsjournalismus und freie Meinungsäußerung es immer schwerer haben. Die Würde des Menschen und mit ihr die Demokratie wird von vielen Seiten angegriffen, um weiter Geld und Macht bei wenigen anzuhäufen. Das Spiel wollen wir nicht weiter mitspielen.

    Sascha hat mit den anderen Erstzeichnenden der Initiative aktiv am Manifest mitgeschrieben und gemeinsam mit Björn Staschen, dem Initiator der Initiative, zehn klare Forderungen erarbeitet. Es geht darum, die Spielregeln im Netz zu ändern: Transparenz bei Algorithmen, faire Bedingungen für unabhängige Medien und mehr Kontrolle über unsere eigenen Daten. Nur so können wir verhindern, dass die großen Plattformen weiterhin ungehindert ihre Macht ausbauen.

    Deshalb unsere Bitte an euch: Unterschreibt die Petition! Über 225.000 Menschen haben bis jetzt mitgezeichnet, und jede Stimme zählt. Gemeinsam können wir das Internet zurückerobern – für mehr Demokratie, mehr Transparenz und mehr Freiheit.

  • Transparentes Gehaltsmodell bei Bonn.digital: Fairness, Klarheit und Teamgeist

    Transparentes Gehaltsmodell bei Bonn.digital: Fairness, Klarheit und Teamgeist

    Bei Bonn.digital steht Transparenz nicht nur in unserer Arbeit für Kund*innen im Mittelpunkt, sondern auch in unserem Umgang miteinander. Mitte 2023 haben wir ein neues Gehaltsmodell eingeführt, das auf Fairness, Klarheit und einem starken Teamgefühl basiert. Warum? Weil wir der Überzeugung sind, dass Gehälter nicht das Ergebnis von Verhandlungsgeschick sein sollten, sondern von Erfahrung, Verantwortung und Leistung.

    In diesem Blogartikel möchten wir unser Gehaltsmodell vorstellen, die Überlegungen dahinter erläutern und erste Erfahrungen nach anderthalb Jahren teilen.

    Warum ein transparentes Gehaltsmodell?

    Die Idee für unser Gehaltsmodell entstand aus vier zentralen Fragen:

    1. Wie schaffen wir faire Bezahlung?
      Wir wollten ein System, das allen Mitarbeiter*innen gleiche Chancen bietet – unabhängig davon, wie gut sie verhandeln können. Die Erfahrung aus den Personalgesprächen zeigte nämlich, dass einigen es leichter fällt, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen, anderen musste sie fast aufgedrängt werden.
    2. Wie berücksichtigen wir Erfahrung in einer Branche mit wenig formalen Voraussetzungen?
      In der digitalen Kommunikation zählt vor allem eins: praktische Erfahrung. Ein bestimmtes Studium oder formale Abschlüsse sind oft nicht ausschlaggebend.
    3. Wie befreien wir uns von nervigen Gehaltsverhandlungen?
      Gehaltsgespräche sind oft unangenehm – sowohl für Mitarbeiter*innen als auch für uns als Arbeitgeber. Wir wollten einen Weg finden, der für alle Seiten entspannter ist.
    4. Wie schaffen wir ein System, das langfristig fair und nachvollziehbar ist?
      Transparenz und Fairness sollten nicht nur Buzzwords sein, sondern gelebt werden.

    Unser Gehaltsmodell im Detail

    Unser Modell basiert auf einem Grundgehalt, das durch vier individuelle Faktoren erhöht wird:

    1. Aufschlag pro Lebensalter
      Wir glauben, dass Lebenserfahrung die Qualität unserer Beratung steigert. Gleichzeitig berücksichtigen wir, dass mit zunehmendem Alter auch die finanziellen Erwartungen wachsen. Dieser Faktor spielt zwar die kleinste Rolle, ist aber ein wichtiger Baustein für die Fairness.
    2. Aufschlag pro volles Jahr bei Bonn.digital
      Je länger jemand bei uns arbeitet, desto besser kennt er oder sie unsere Prozesse und Kund*innen. Diese Erfahrung zahlt sich aus – sowohl für uns als Agentur als auch für die Mitarbeiter*innen.
    3. Fachqualifikation
      Hier wird es individuell. Je nach Position – ob Junior-Projektmanager*in, Projektmanager*in, Senior-Projektmanager*in oder irgendwas dazwischen oder außerhalb – gibt es exponentiell steigende Aufschläge. Dieser Faktor berücksichtigt Vorerfahrung, Verantwortung in Projekten und die Wertigkeit für unsere Kund*innen. Wichtig ist: Wer die gleiche Stufe erklommen hat, bekommt hier den gleichen Zuschlag.
    4. Personalverantwortung
      Wer Personalverantwortung übernimmt, wird dafür entsprechend entlohnt. Auch wenn wir aktuell ein kleines Team sind, haben wir hier bereits zukünftiges Wachstum im Blick.

    Transparenz und Teamentscheidungen

    Während die ersten beiden Faktoren (Alter und Betriebszugehörigkeit) automatisch berechnet werden, erfolgt die Einstufung bei Fachqualifikation und Personalverantwortung durch die Geschäftsführung. Dabei gibt es natürlich Raum für Diskussionen, die letzte Entscheidung treffen jedoch wir. (Allerdings wurden die letzten beiden Beförderungen von uns aktiv vorgeschlagen.)

    Ein besonderes Highlight ist unsere gemeinsame Teamsitzung am Jahresende. Hier diskutieren wir offen im Team, wie hoch das Grundgehalt für das Folgejahr sein soll. Wir zeigen transparent auf, welche Gehaltskosten auf uns zukommen und welchen Umsatz wir dafür erreichen müssen. Wenn sich das Team auf ein gemeinsames Ziel einigt, steht einer Erhöhung des Grundgehalts nichts im Wege.

    Die Vorteile des Modells

    • Fairness und Klarheit: Jede*r Mitarbeiter*in kann selbst ausrechnen, welche Summe am Monatsende auf der Gehaltsabrechnung steht. Dafür haben wir einen Rechner im Intranet.
    • Garantierte Gehaltserhöhung: Selbst wenn das Grundgehalt nicht steigt, gibt es jährlich eine Erhöhung durch gestiegenes Lebensalter und Betriebszugehörigkeit.
    • Entlastung für alle: Personalgespräche drehen sich nun mehr um persönliche Entwicklung als um Geld.
    • Stärkung des Teamgefühls: Durch den gemeinsamen Beschluss zum Grundgehalt rückt die individuelle Sicht in den Hintergrund. Stattdessen geht es darum, wie wir als Team gemeinsam mehr erreichen können.
    • Einfachheit in Einstellungsgesprächen: Wir können Gehälter auf den Cent genau angeben – nur durch eine bessere Einstufung im Verlauf der Zusammenarbeit kann das Gehalt dann steigen. Es zeigt sich aber: Fairness im Team ist oft wichtiger als ein individuell höheres Gehalt.

    Ein erstes Zwischenfazit

    Nach anderthalb Jahren ziehen wir ein positives Zwischenfazit. Das Modell hat sich bewährt. Selbst die Geschäftsführer orientieren sich am Modell.

    Das Modell ist mehr als nur ein System zur Gehaltsberechnung. Es ist auch Ausdruck der Unternehmenskultur: fair, transparent und teamorientiert. Es hat sich gezeigt, dass es uns als Arbeitgeber entlastet und unseren Mitarbeiter*innen Sicherheit und eine klare Entwicklungsperspektive bietet.

    Bisher läuft es also rund. Und wie jedes gute System ist es nie fertig. Wir haben Ideen zur Weiterentwicklung und Optimierung – immer mit dem Ziel, ein faires und motivierendes Arbeitsumfeld zu schaffen. Zu schön, um wahr zu sein? Wir laden dich herzlich zur Initiativbewerbung ein, sei es als Werk-Student*in, Praktikant*in oder Projektleiter*in (d/w/m).

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  • Was kommt nach Musk und Meta?

    Was kommt nach Musk und Meta?

    Sascha und Johannes haben kürzlich, bedingt durch aktuelle Entwicklungen, eine offene Sprechstunde abgehalten, um über den aktuellen Zustand von Social Media zu sprechen. Im Mittelpunkt standen die jüngsten Vorkommnisse in den sozialen Netzwerken und die daraus resultierenden Probleme und Herausforderungen.

    Was passiert derzeit in der Welt der sozialen Medien und warum ist das problematisch?

    Elon Musks Übernahme und Umgestaltung von Twitter hat eine besorgniserregende Zunahme von Hassrede, rechter Propaganda und Fake News zur Folge. Diese Entwicklungen führen dazu, dass immer mehr Nutzer, darunter auch Institutionen und Unternehmen, die Plattform verlassen. Die meisten begründen diesen Schritt mit nicht mehr übereinstimmenden Werten. Trotz der Abkehr vieler bleiben einflussreiche Politiker*innen und Journalist*innen in gegenseitiger Abhängigkeit aktiv und prägen die öffentliche Meinung.

    Ein ähnliches Muster zeigt sich bei Meta, wo geplante Umgestaltungen möglicherweise Desinformationen und Hassrede begünstigen. Besonders problematisch ist die Abschaffung der Faktenchecks und die Einführung sogenannter Community Notes, was die Verbreitung manipulativer Inhalte erleichtern wird. Dies betrifft nicht nur Minderheiten, sondern hat das Potenzial, das gesamte gesellschaftliche Gefüge zu beeinträchtigen.

    Auch TikTok steht im Fokus der Diskussionen. Bedenken gibt es hinsichtlich der Kontrolle des Algorithmus durch einen chinesischen Konzern und dem Einfluss der Plattform auf junge Zielgruppen. Diese Entwicklungen werfen Fragen über digitale Souveränität und den Einfluss globaler Akteure auf.

    Wie können wir diesen Herausforderungen begegnen und welche Schritte sollten wir als Nächstes unternehmen?

    Während die EU-Regulierungen wie DSA, DMA und DSGVO zwar Rahmenbedingungen schaffen, bleibt ihr Einfluss auf US-amerikanische Technologieunternehmen begrenzt. Viele fragen sich, ob es der richtige Weg ist, sich von problematischen Plattformen abzumelden. Während ein kollektiver Rückzug die Netzwerke schwächen könnte, ist dies allein nicht die Lösung.

    Stattdessen sollten wir Alternativen fördern und nutzen, wie das Fediverse oder bewährte Methoden wie Blogs, Podcasts und Newsletter. Der Erfolg des Internets beruht auf offenen Standards, und es liegt an uns, diese weiter zu unterstützen.

    Letztlich geht es darum, sich aktiv an der Gestaltung der digitalen Welt zu beteiligen, sei es durch den Aufbau neuer Plattformen oder durch einen kritischeren Umgang mit bestehenden. Nur so können wir sicherstellen, dass das Internet ein Raum bleibt, der Vielfalt und freie Meinungsäußerung fördert, ohne die demokratischen Grundwerte zu gefährden.

    Was wir als Agentur empfehlen

    Unseren Kund*innen empfehlen wir, sich spätestens jetzt mit alternativen Verbreitungswegen ihrer digitalen Kommunikation zu beschäftigen. Wer vorbaut, wird später nicht kalt erwischt, wenn es technisch oder inhaltlich unmöglich wird, die bisherigen Netzwerke zu nutzen. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass die mögliche Reichweite bei den etablierten Plattformen eine Größe ist, die man sich woanders erst aufbauen muss. Umso wichtiger, jetzt damit zu beginnen.

    Wir bieten neben der offenen Sprechstunde auch an, Sie individuell zu beraten: in einer Sprechstunde oder in einer strategischen Beratung. Fragen Sie uns einfach an!

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  • Threads startet in Deutschland: Risiken und Chancen

    Threads startet in Deutschland: Risiken und Chancen

    Europa hat lange darauf gewartet. Nun kündigt Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, Instagram, WhatsApp, den offiziellen Start von Threads, dem Twitter-Äquivalent, in der EU an. Ab Donnerstag, 14. Dezember 2023, 12 Uhr mittags, erhalten auch Menschen Zugriff auf den Dienst, deren Regierungen Wert auf Datenschutz und -souveränität legen.

    Obwohl Europäer*innen bereits seit dem Start im Juli Threads nutzen konnten, war dies bisher oft nur mit erheblichem Aufwand möglich, um die EU-Sperren zu umgehen. Den Großteil der Twitter-Flüchtenden konnte der Dienst deshalb bisher noch nicht auffangen. Das wird sich nun vermutlich ändern.

    Threads wird schnell groß werden

    Threads wird voraussichtlich schnell zu einem bedeutenden Akteur im Twitter-Nachfolgemarkt heranwachsen, vor allem aufgrund seiner engen Verbindung mit Instagram. Durch einfache Schritte können Instagram-Nutzer ein Threads-Profil erstellen, wobei der Insta-Name direkt als Threads-Account fungiert und Follower mitgenommen werden können. Und natürlich ist es auch ein Leichtes, Inhalte der einen Plattform auf der anderen zu teilen. So wird Threads in kurzer Zeit eine große Menge an EU-Nutzer*innen generieren können. Der Rest der Welt ist ja sowieso schon da.

    Wir sind gespannt, wie sich in diesem Umfeld die anderen Twitter-Alternativen entwickeln. Sie hatten nun über ein Jahr Zeit, Traktion zu bekommen, also eine Anzahl an Nutzenden für sich zu gewinnen, die groß genug für Netzwerkeffekte außerhalb der eigenen Filterblase sind. Mastodon hat sich in einer gemütlichen, leicht exklusiven Nische positioniert, während Bluesky immer noch hinter einer Invite-only-Schranke verweilt.

    Threads – vorne mit dabei

    In der Social-Media-Welt zeichnet sich eine Tendenz zu einer vereinheitlichten Plattform beim Teilen von Inhalten ab, und Threads vereint die Möglichkeiten von Instagram mit den prägnanten Kurznachrichten eines Twitter-ähnlichen Dienstes. Die Verbindung zu Instagram gibt Threads Zugang zu einer etablierten Nutzerbasis und einem verifizierten System, was ihm beim offiziellen Start in Europa zugutekommen wird. Dennoch werfen Fragen zur Datensicherheit und Privatsphäre, die sorgfältig betrachtet werden müssen, Schatten auf diesen Erfolg.

    Eine Besonderheit stellt die geplante Integration des ActivityPub-Protokolls dar. Das vernetzt das sogenannte Fediverse, zu dessen bekanntesten Vertretern Mastodon zählt. Die Einbindung dieses offen zugänglichen Protokolls eröffnet die Möglichkeit einer umfassenderen Vernetzung und Interaktion zwischen verschiedenen Plattformen. Jedoch besteht die Gefahr, dass Threads aufgrund seiner marktbeherrschenden Position das Protokoll für seine Zwecke nutzt und das Fediverse dominiert. Aufgrund dieser Befürchtung haben bereits einige Mastodon-Instanzen angekündigt, Threads proaktiv zu blocken. Wir werden bei Bonn.social eine vorsichtige, abwartende Haltung einnehmen.

    Die nächsten Monate werden spannend

    Insgesamt kündigt sich mit der Einführung von Threads in der EU eine bedeutsame Entwicklung in der digitalen Kommunikation an. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass jede Medaille zwei Seiten hat, und Potenziale sowie Risiken sorgfältig bewertet werden müssen. Daher sollten wir das Aufkommen von Threads mit gesunder Neugier und einem kritischen Blick beobachten, da die nächsten Monate zweifellos spannend werden.

  • X-it: Warum wir den Twitter-Nachfolger X verlassen

    X-it: Warum wir den Twitter-Nachfolger X verlassen

    Ohne Twitter (jetzt: X) gäbe es kein Bonn.digital. Dank Twitter haben Sascha und ich uns überhaupt erst kennengelernt. Wir haben gemeinsam Pläne ausgeheckt und sind auf den Schultern der Community aus Bonn-Rhein-Sieg gewachsen, die wir vor allem bei Twitter kennengelernt haben und mit der wir das BarCamp Bonn Jahr für Jahr gestalten. Über 3000 Twitter-Nutzer*innen aus Bonn hatte Sascha auf seiner Twitter-Liste gesammelt. In der magischen Zeit Mitte der 2010-er Jahre konnte man nur durch das Lesen der Tweets aus dieser Liste einen ziemlich guten Überblick darüber bekommen, was in Bonn gerade los ist.

    Im letzten Jahr ging die Zahl der Nutzer*innen bei Twitter zurück. Der Verkauf von Twitter, die Verramschung der Verifizierungshaken, die Umbenennung in X und zu guter Letzt die immer häufiger werdenden rechten und antisemitischen Äußerungen Elon Musks sind Gründe dafür.

    Der „X-it“ von Bonn.digital und Alternativen

    Wir als Bonn.digital können und wollen das nicht mehr mittragen. Auch wenn wir schon lange nicht mehr im Social-Media-Sinne aktiv bei X sind, haben wir unsere Inhalte dort noch veröffentlicht. Das stellen wir ab sofort ein und machen den „X-it“.

    Alternativen zu X gibt es viele

    Außerdem empfehlen wir unserer Kundschaft, X zu verlassen. Alternativen gibt es genug, wobei wir natürlich Mastodon und dort unseren eigenen Server Bonn.social sehr gerne empfehlen. Einige Kund*innen sind dieser Empfehlung schon vor längerer Zeit gefolgt, zum Beispiel die Müllverwertungsanlage MVATerrestris und weitere. Bei Bonn.social gibt es das, was wir an Twitter früher geschätzt haben: eine Bonner Timeline mit Vernetzung nach außen.

    Twitters Niedergang – ein stetiger Prozess

    Schon lange bemerken wir den Abwärtstrend. Auch wenn X in Deutschland nie die Größe erreicht hat wie in anderen Ländern, war es bis zuletzt vor allem für die journalistische und politische Arbeit das Netzwerk Nummer eins.

    Persönlich fühlte es sich in den letzten Jahren immer schlechter an, auf X aktiv zu sein. Der Ton wurde rauer. Die früher so konstruktive Kommentarkultur verkam zur absoluten Polarisierung: Shitstorms, Cancel-Aufrufe und Hetzkampagnen waren an der Tagesordnung, sobald jemand nur ein falsches Adjektiv verwendete. Und dennoch war da immer noch die eigene Bezugsgruppe, die Community, die eisern standhielt und es sich in der Blase gemütlich machte.

    X verlassen fällt leicht: Elon Musk und seine Launen

    Der letzte Rest Relevanz – egal ob beruflich oder privat – ist spätestens gewichen, als Elon Musk aus einer Laune heraus eines der wichtigsten Social-Media-Netzwerke der Welt kaufte. Seitdem sind messbar rechte Hetze und Antisemitismus gestiegen, was von dem neuen Besitzer tatkräftig unterstützt wird. So will Musk unbedingt Donald Trump wieder ein Forum bieten und empfahl der Wahl der AFD. Der „blaue Haken“, der einst als Merkmal von überprüften, authentischen und wichtigen Accounts diente, ist nun Ramschware und ein sicheres Zeichen, dass es sich um Persönlichkeiten handelt, die man besser meidet.

    Ausge-x-t

    Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Unternehmen und Institutionen aus Bonn-Rhein-Sieg den Schritt weg von X mitmachen. Lasst uns zeigen, welche Macht in Social Media stecken kann, wenn man es denkt, wie das Internet eigentlich aufgebaut ist: dezentral!

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  • Bluesky, Mastodon & Co – Konkurrenz für Twitter

    Bluesky, Mastodon & Co – Konkurrenz für Twitter

    Dass es spätestens seit der Übernahme durch Elon Musk bei Twitter nicht mehr rund läuft, dürfte sich rumgesprochen haben. Bei aller Traurigkeit, dieses einst wunderbare Netzwerk untergehen zu sehen, liegt darin auch eine Chance. Bluesky, Mastodon und andere Anbieter schaffen neue Plattformen für Menschen, die gerne kurz und knackig per Text kommunizieren.

    Mastodon ist schon seit einiger Zeit ein großer Kandidat für eine Alternative zu Twitter. Dieses dezentrale Netzwerk erinnert stark an Twitter, verteilt jedoch die Verantwortung auf viele einzelne Instanzen, also Server und ihre Administrator*innen. Das geht, weil es auf einem offenen Protokoll beruht, sodass jede*r mit Serverkenntnissen eine eigene Instanz erstellen kann – wie wir unter Bonn.social. Auch gibt es immer mehr Anbieter, die das für einen erledigen (Beispiel). Wir haben an dieser Stelle schon zwei Mal über Mastodon geschrieben.

    Neue Anbieter auf dem Markt

    Doch auch neue Alternativen betreten die Bühne: Der Newsletter-Dienst Substack bietet seit einiger Zeit Substack Notes an, die sich allerdings noch im Anfangsstadium befinden. Derzeit tauschen sich da eher die Betreiber*innen der Newsletter und deren Konsument*innen aus. Nach einer kurzen Welle scheint der Trend zumindest im deutschsprachigen Internet schon wieder abgeflaut zu sein.

    Instagram probiert ebenfalls seit einigen Wochen, Text zu integrieren. Mit den „Notizen“ können nur 60 Zeichen getippt werden und die sie sind auch noch in den Direktnachrichten versteckt. Es gibt nicht viele Instagrammer*innen, die die Funktion nutzen. Ich rechne damit, dass die Funktion bald wieder eingestellt wird. In diesem Reel erklären wir die Funktion.

    Bluesky: das Netzwerk der Stunde

    Mit viel Tamtam hat in den letzten Tagen Bluesky den Weg ins deutschsprachige Internet gefunden. Den Nutzer*innen stehen dort 300 Zeichen zur Verfügung, ansonsten erinnert alles sehr stark an Twitter. Kein Zufall: Bluesky wurde von Twitter-Mitgründer und damaligen CEO Jack Dorsey angestoßen und sollte Twitter für andere Server öffnen. Bluesky arbeitet seit 2021 von Twitter losgelöst an einem eigenen offenen Protokoll, dem sogenannten AT Protocol. Es ist geplant, es irgendwann freizugeben, sodass man eigene Instanzen aufmachen und mit den anderen verknüpfen kann. Genauso wie Mastodon und das Fediverse also, aber ohne Vernetzung mit dem Fediverse und vermutlich zentral kontrolliert.

    Eigene Domain auf Bluesky möglich

    Bis es so weit ist, kann man immerhin eine eigene Domain als Usernamen nutzen, ich beispielsweise @mirus.social. Das geht ganz leicht, wenn man Zugriff auf die DNS-Einstellungen der Domain hat (und weiß, wie man dort einen TXT-Eintrag hinterlegen kann). Dennoch läuft alles über den bsky.social-Server, die Registrierung dort ist momentan alternativlos.

    Auffällig bei Bluesky ist die amerikanische Dominanz. Institutionen wie die Washington Post, Aktivist*innen wie Chelsea Manning und Politiker*innen wie AOC sind dort schon sehr aktiv. Amerikanische Medien zitieren sogar schon aus dem Netzwerk. Es fühlt sich sehr wie Twitter 2007/2008 an.

    Bluesky ist derzeit noch Invite-only, man kommt also nur über Einladungen bestehender Nutzer*innen rein. Das wird sich sicher bald ändern. Man kann sich zwischenzeitlich auf die Warteliste setzen lassen.

    Bluesky, Mastodon – Wer setzt sich durch?

    Es tut sich also einiges auf dem Markt der textbasierten Kurznachrichtendienste. Die wenigsten werden den Hype überstehen, aber es ist mehr als offensichtlich, dass sich Twitter derzeit selbst abschafft und andere Anbieter in die entstehende Lücke springen.

    Die Zukunft muss meiner Ansicht nach Lösungen gehören, die nicht von einzelnen Anbietenden kontrolliert wird, egal, ob sie Musk oder Zuckerberg heißen. Persönlich ist mir das offene Fediverse aus Europa sympathisch, in das Mastodon eingebettet ist. Es besteht allerdings die Gefahr, einmal mehr von einem amerikanischen System überrollt zu werden. Ich bin gespannt und freue mich darauf, gemeinsam mit euch diese Entwicklungen weiter zu verfolgen.

    Beitragsbild: uriel / Unsplash

  • Vereinsversammlung bald auch digital oder hybrid

    Vereinsversammlung bald auch digital oder hybrid

    Sieben Deutsche, ein Verein. Es gibt kaum Menschen in Deutschland, die nicht mindestens in einem Verein Mitglied sind. Manchen ist die eine oder andere Mitgliedschaft vielleicht erst aufgefallen, als sie während der Pandemie plötzlich Einladungen zu einer „außergewöhnlichen“ digitalen Vereinsversammlung erhielten. Damit das zukünftig nicht mehr Ausnahme bleiben muss, hat der Rechtsausschuss des Bundestags nun beschlossen, dass Vereine künftig hybride Mitgliederversammlungen einberufen dürfen.

    Mitglieder können demnach ihre Rechte sowohl in Präsenz als auch virtuell ausüben. Auch rein virtuelle Versammlungen können durch Beschluss der Mitglieder einberufen werden. Der Gesetzentwurf zur Ergänzung des Paragrafen 32 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) wurde vom Bundesrat eingebracht und durch die Koalitionsfraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP geändert.

    Teilnahme an Vereinsversammlung nicht nur per Videokonferenz

    Die geänderte Fassung des Gesetzentwurfs sieht vor, dass die Teilnahme an den Versammlungen auf verschiedenen Wegen der elektronischen Kommunikation möglich sein soll und nicht nur in Form von Videokonferenztechnik. Es ist laut Begründung auch möglich, an Abstimmungen per Chat, Telefonkonferenz oder E-Mail teilzunehmen. Die Regelung bezieht sich nicht nur auf den Vereinsvorstand, sondern gilt für alle möglichen Einberufungsorgane. Vereine können in ihren Satzungen von den neuen Regelungen abweichen und hybride oder rein virtuelle Mitgliederversammlungen ausschließen.

    Hilfe bei der digitalen Umsetzung der Vereinssitzung

    Bei Bonn.digital durften wir während der Pandemie viele Vereinsversammlungen digital veranstalten. Wir stehen Vereinen gerne mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen sie bei der Umsetzung einer erfolgreichen digitalen oder hybriden Vereinssitzung. Wir haben umfassende Erfahrungen im Bereich der virtuellen Zusammenarbeit und können den Vereinen bei der Wahl der richtigen Technologie und bei der Durchführung von digitalen Abstimmungen helfen.

    (Quelle)

  • Clubhouse: Telefonkonferenzen per App mit dem gewissen Extra

    Clubhouse: Telefonkonferenzen per App mit dem gewissen Extra

    Ein verschriftlichtes Gespräch von Sascha und Johannes, das so auf Clubhouse hätte stattfinden können.

    Sascha: Hi Johannes und allen, die uns heute zuhören! 

    Johannes: Schönen guten Tag!

    Sascha: Wollen wir zusammen über Clubhouse sprechen? Pro und Contra? Wir müssen uns auch nicht auf zwei Seiten schlagen, sondern jeder könnte ja seine Pros und Contras mal besprechen. Fände ich ’ne gute Sache für unseren Blog. Und wer mag, kann ja die Hand heben und mitkommentieren.

    Johannes: (Murmelt: Es heißt unser Blog!) Ja, gerne!

    Pro: Alles glänzt so schön neu, schnelle Gespräche, Zufallsbegegnungen, für Audioliebhaber/innen und Podcast-Fans das längst fällige Netzwerk.

    Contra: Datenschutz, Exklusivität. Außerdem werden Probleme mit der Moderation berichtet, auch wenn ich das selbst noch nicht erlebt habe.

    Fällt dir noch was ein?

    Sascha: Na klar, da gibt es eine neue App, alle, die in sozialen Medien was auf sich zählen, sind dabei und dann will man natürlich nicht der Letzte sein, der den Trend verschlafen hat, bevor es überhaupt richtig los ging. Und für zwei Einladungslinks gibt dann fast jeder sein Adressbuch her: Clubhouse, die neue „Datenschutzmassenvernichtungswaffe“ auf dem Weg zur Post-Privacy-Gesellschaft.

    Aber fangen wir mal vorne und etwas positiver an: Was ist Clubhouse? Es ist ein soziales Netzwerk auf Basis von Live-Audio. Schon von Podcasts kennen wir den Effekt, dass das Zuhören einen besonders hohen Grad des Vertrauens aufbauen kann. Die Intimität des Zuhörens wird durch den Live-Effekt noch verstärkt. Zuletzt geben wir noch etwas „Fear of missing out“ (FOMO) dazu, indem wir den Zugang zur App künstlich verknappen. Und natürlich muss der Social Graph perfekt sein, indem man die neuen Mitglieder des Netzwerks en passant um Zugang zum Adressbuch bittet. Und so entsteht sofort ein intimes Gefühl des „Ich bin hier zu Hause mit meinen Freunden“. Und man lauscht und spricht ganz offen, manchmal vielleicht auch offener als es gut tut, denn man sieht zwar, wer zuhört, aber man vergisst das schnell.

    Johannes: Gerechterweise muss man sagen, dass alle erfolgreichen sozialen Netzwerke so begonnen haben. Netzwerke funktionieren eben nur mit dem Netzwerkeffekt. Und es hilft, wenn schon die Meinungsführer/innen da sind, dann will man auch unbedingt.

    Sascha: Das fand ich auch krass: Ich melde mich an, bewusst ohne meine Kontakte hochzuladen, und trotzdem sind die Freundesvorschläge in einer nie da gewesenen Qualität. Ich habe mich wirklich erschrocken, wie viel Clubhouse schon aus den Adressbüchern aller anderen über mich und mein persönliches Netzwerk sagen konnte. Und im Endeffekt erklärt das auch die hohe Bewertung der Investoren. Das ist ein Datenstaubsauger, der Facebook verblassen lassen kann.

    Zur FOMO: Ich mag Apps nicht, die so Psychotricks einsetzen, um an die Daten zu kommen. Und ich erschrecke, wie wenig es braucht, damit andere auch meine Kontaktdaten Preis geben. Ich stelle mir vor, ich würde Leute auf der Straße nach ihrem Adressbuch bitten. Die würden mir den Vogel zeigen, oder? Aber hier haben schon Millionen Menschen Adressen und Kontaktdaten verschenkt, um weitere Leute einladen zu können. Lustigerweise kann man genau sehen, wer wen eingeladen hat und kann so die Kette bis an den Anfang nachverfolgen. Meine Skepsis, du merkst es, ist extrem hoch. Aber wir müssen wohl jedem Social Network wenigstens eine Chance geben. Was sind denn so deine Eindrücke und Erfahrungen?

    Johannes: Ich bin, so ist unsere Rollenverteilung, viel unkritischer und begeisterter. Clubhouse ist das erste Netzwerk seit Jahren, das realistische Chancen hat, über den Hype hinaus bestehen zu bleiben. Einfach, weil es etwas ganz anderes macht als die Netzwerke davor, nämlich audio only. Und sich auch genau darauf konzentriert und nicht noch irgendwelche Story-Funktionen, ja nicht einmal einen Textchat einbaut. (Jedenfalls bis heute.)

    Dem Einladungssystem muss man auch etwas zugutehalten. Wenn eine/r der von mir eingeladenen Personen Mist baut, muss auch ich dafür geradestehen, fliege also im schlimmsten Fall auch raus. Das schafft ein wenig Trollhygiene, ohne dass die Betreiber zu viel eingreifen müssen.

    Und last but not least kommt Clubhouse genau zum richtigen Zeitpunkt. Wir sind alle ausgehungert, was soziale Kontakte angeht. Hier kann ich endlich mal wieder Gespräche führen, auch mit bisher völlig fremden Menschen, es ist ein großes Vergnügen.

    Sascha: Ja, ich muss zugeben, das spontane Miteinander-sprechen-Können, dann stößt noch hier und da einer dazu, das ist fast so niederschwellig wie Gespräche am Stehtisch bei einer Konferenz. Es ist leicht und locker, informativ und man fühlt sich auch gut dabei. Und das Wichtigste: Es füllt eine Lücke. Audio-Content via Podcast zu veröffentlichen ist so viel schwieriger. An Live-Audio erstmal gar nicht zu denken, was man da alles an Technik und Co. besorgen müsste. Und bei Clubhouse: Mikro am Handy an, los geht’s. Ich hab so den leisen Verdacht, dass es bewusst keine Android-App gibt; weil da die Mikros vermutlich teilweise grässlich klingen würden, was einem die ganze Laune verdirbt. Mal gucken, wie sie das lösen.

    Johannes: Ob Absicht oder nicht, mit der Beschränkung auf iPhones hat man sich natürlich schon eine gewisse besser situierte, gut vernetzte und meinungsstarke Community gesichert. Ewig wird sich das Clubhouse aber nicht mehr leisten können. Und wenn erst einmal alle rein können und es vielleicht auch kein Ich-hafte-für-andere-Einladungssystem mehr gibt, dann können die Moderationsarbeiten schnell schwierig werden. Ich bin jedenfalls gespannt, was in den nächsten Wochen und Monaten noch passiert. Und du?

    Sascha: Ich war ja kritisch, bevor ich die App überhaupt eingerichtet hatte. Und schon nach meiner ersten Gesprächsrunde im Clubhouse muss ich sagen: Ich befürchte, das geht nicht mehr weg, das funktioniert einfach zu gut und ist einfach ein Volltreffer nach persönlichen Gesprächen in einer Zeit der Distanz. Die anderen Netzwerke, vor allem Facebook, werden jetzt sicherlich schon Pläne schmieden, die Audio-Features in ihren Netzwerken einzubauen (Twitter hat schon angefangen), bis dann wirklich jede App Audio-Konferenzen kann. Und ich ärgere mich, dass die kleinen Unternehmen so viel Arbeit haben, den Datenschutz zu gewährleisten, während rechts und links die großen Datenstaubsauger aus USA und Asien über die Smartphones Europas herfallen und (bisher) nicht wirklich was passiert. Aber das ist ein Thema für eine andere Clubhouse-Runde!

    Johannes: Sehe ich auch so. Hey, wir sollten uns öfter mal über Social Media unterhalten!

    Sascha: Und an der Stelle öffnen wir gerne die Runde! Wie sind Eure Erfahrungen mit Clubhouse? Stört Euch, dass Eure Adressdaten hochgeladen werden? Und welche Clubs könnt ihr empfehlen? Schaltet Euch jetzt rein per Handzeichen! ✋

    Titelbild: Scott Webb