Wie wir uns von Google, Meta & Co. unabhängiger machen

Der Wecker klingelt, schon ist das Handy in der Hand: Schnell auf WhatsApp Nachrichten beantworten, durch Instagram scrollen und beim ersten Kaffee noch ein Geschenk bei Amazon bestellen und eine Info „googeln“. Schaut man sich die Unternehmen hinter den Tools an, wird schnell klar: Unser digitaler Alltag wird von wenigen Big-Tech-Unternehmen bestimmt. X, Meta, Google (Alphabet), Microsoft, Amazon und Co. beeinflussen mit ihrer Marktmacht, wie wir uns online informieren, kommunizieren und handeln.
Um uns dafür zu sensibilisieren und unabhängige Alternativen aufzuzeigen, gibt es den Digital Independence Day (kurz DI.DAY). Auch wir von Bonn.digital unterstützen diese Bewegung und versuchen schon lange, im digitalen Arbeitsalltag auf unabhängigere und gesellschaftsfreundlichere Alternativen wie Mastodon oder Peertube umzusteigen, und unterstützen auch unsere Kund*innen dabei.
Was ist der Digital Independence Day?
Der Digital Independence Day ist ein bundesweiter Aktionstag für digitale Unabhängigkeit. An jedem ersten Sonntag im Monat ruft die Initiative dazu auf, die Tools, die wir täglich nutzen, zu hinterfragen: Wer steht dahinter? Welche Interessen verfolgt der Anbieter? Und welche unabhängigen Alternativen gibt es?
Das Ziel: ein Stück Unabhängigkeit im Netz zurückbekommen und von den großen Mainstream-Plattformen zu demokratiefreundlicheren und dezentralen Alternativen wechseln. Der Digital Independence Day ist ein gemeinsames Projekt vieler Organisationen, koordiniert von Save Social – Networks For Democracy, unter anderem mit dem Chaos Computer Club (CCC), Wikimedia, Marc Uwe-Kling, und vielen anderen tollen Partnern. Auch wir von Bonn.digital sind mit dabei, Sascha sitzt sogar im Fachbeirat für die Wechselrezepte, zusammen mit Jutta Horstmann, Prof. Dr. Harald Wehnes und Svea Eckert. Mittlerweile beteiligen sich viele Organisationen, Firmen, Verbände und Unternehmen mit eigenen Ideen und Aktionen am DI.DAY. Hier findet ihr eine Übersicht aller Partnerorganisationen. Im Terminkalender findet ihr eine Übersicht über die vielen lokalen Veranstaltungen, z.B. in der Bonner Datenburg.
Warum digitale Unabhängigkeit immer wichtiger wird

Wer digitale Plattformen kontrolliert, beeinflusst auch die Sichtbarkeit von Informationen. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Meinungsbildung, gesellschaftliche Debatten, Politik und Demokratie. Mehr digitale Unabhängigkeit bedeutet also mehr Selbstbestimmung, mehr Transparenz und mehr Resilienz. Auch uns als Agentur sind digitale Teilhabe und Unabhängigkeit wichtig. Deshalb nutzen wir selbst viele Open-Source-Tools im Arbeitsalltag.
Was du selbst für mehr digitale Unabhängigkeit tun kannst
Das Wichtigste zuerst: Beim DI.DAY geht es nicht darum, von heute auf morgen sein ganzes digitales Leben umzukrempeln. Es reicht schon, ein Tool oder eine Website pro Aktionstag zu ersetzen, um digital unabhängiger zu werden. Zur Unterstützung hat die Initiative sogenannte Wechselrezepte entwickelt – einfache Anleitungen für den Umstieg von Big Tech hin zu gesellschaftsfreundlicheren Alternativen. Auch hier lohnt es sich, klein anzufangen, etwa den Browser von Chrome auf Firefox umzustellen oder von Google zu europäischen Suchmaschinen zu wechseln. Alle Wechselrezepte findest du hier.
Zusätzlich gibt es eine Übersicht mit weiteren Alternativen: von Suchmaschinen, über Navigations-Apps, E-Mail-Programmen bis hin zu Online-Zahlungstools. Über die Hashtags #DIDit und #DUTgemacht findest du Tipps und Berichte anderer und kannst selbst über deine Umstellungen berichten. Falls du eine Idee für mehr digitale Unabhängigkeit hast, melde dich jederzeit beim DI.DAY: per E-Mail an hallo@di.day!
Copyright Illustrationen
Die genutzten Illustrationen wurden von Florian Biege erstellt.







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