Autor: Johannes Mirus

  • 7 Gründe, warum eine Vorstellungsrunde so wichtig ist

    7 Gründe, warum eine Vorstellungsrunde so wichtig ist

    „So, jetzt stellen wir uns alle mal gegenseitig mit drei Hashtags vor!“ Wer schon einmal auf einem Barcamp war, kennt diese Situation. Gerade „Ersttäter“ fühlen sich unwohl, vor 100, 150 Leuten zu sprechen, aber auch alte Hasen sind deshalb nicht geborene Rampensäue. Mit unserer langen Barcamperfahrung sind uns die Vorteile einer Vorstellungsrunde klar. Aber wie kann ich Menschen davon überzeugen, die nicht diese Erfahrung haben?

    Diese Frage stellte ich auf Facebook und bekam eine lange Reihe wertvoller Kommentare. Ich habe versucht, daraus sieben Gründe zusammenzufassen. (Danke an Michèle für den Tipp, das im Blog zu machen.)

    Vorstellungsrunden sind wichtig, weil …

    1. Barcamps sind Beteiligungsformate

    Die Vorstellungsrunde macht sofort klar, worum es geht: Jede(r) muss mitmachen. Das sagt auch Daniel:

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der ‚Zwang‘ dass jede/r mal das Mikro ergreift, deutlich macht worum es geht. Das Barcamp wird eben von den Teilnehmenden gemacht. Es bricht sozusagen das Eis der Beteiligung!

    Und Luca meint:

    Jeder sagt mal was, weil Barcamp mitmachen und nicht aufsaugen ist.

    Es wirkt sich auf die ganze Verstaltung aus, wie Katja deutlich macht:

    Wer vor mehr als 150 Leuten den Mund aufgemacht hat, dem fällt es leichter, das auch in kleineren Runden zu tun.

    Und Markus fragt zurück:

    wenn keiner weiß, wer was ist oder will, wie soll man da zusammenarbeiten?

    2. Sie schaffen Augenhöhe

    Das Format Barcamp dreht sich vor allem darum, auf Augenhöhe Wissen auszutauschen. Die Vorstellungsrunde ist ein Kernelement, um diese Augenhöhe herzustellen. Wie Jan sagt:

    Alle sagen was, alle werden gehört.

    Auch Domingos ergänzt:

    Die Vorstellungsrunde stellt eine Art Verbindung her.

    Oder wie Benjamin sagt:

    Aus Informations-Konsumenten wird eine aktive Community.

    3. Es entstehen Gespräche

    Vor allem für Neulinge ist es wichtig, Anschluss zu finden und Menschen kennenzulernen. Weil man sich schon einmal vorgestellt hat, wird man direkt angesprochen. In meinem Posting erzählen Barcamper von ihrem ersten Mal, zum Beispiel Siegbert:

    Es haben mich sehr sehr viele Menschen angesprochen, ich habe viele nutzbringende und menschlich angenehme Gespräche geführt.

    Oder Hermine:

    Ich wollte auch nur gucken. Und dann musste ich was sagen, und dann wurde ich angesprochen, und dann redete ich einfach mit.

    4. Neulinge werden nahtlos integriert

    Ein schöner Kommentar kam von Alexandra:

    Ich war letztes Jahr Neuling und war daher auch aufgeregt, aber die Vorstellungsrunde gab mir das Gefühl, Teil des Ganzen zu sein – und kein Außenseiter.

    5. Es lockert die Stimmung

    Barcamp-Profi Jan sagt dazu:

    Es wird Persönlich und die Menschen werden nahbar, vor allem wenn sie auch ‚private‘ Tags verwenden oder sagen, wie sie sich fühlen.

    6. Es entstehen dadurch neue Sessions

    Eine tolle Geschichte erzählt Ute:

    Ich kann vom BarCamp Würzburg 2016 berichten, dass sich drei Leute nur aufgrund eines Hashtags in der Vorstellungsrunde kennengelernt haben. Einer hat mit #bierbrauen angefangen, der Nebenmann hat strahlend das aufgegriffen und der dritte hat quer durch den Raum gerufen: ich auch. Daraus entstand eine Session, die drei sind immer noch in Kontakt …

    7. Man lernt Gleichgesinnte kennen

    Stephanie sagt:

    Ich finde es immer total interessant herauszufinden, ob Leute da sind, die ähnliche Interessen haben wie ich oder auch aus einem ähnlichen Bereich kommen.

    Auch Benjamin hat das so erfahren:

    Ich bekomme das Gefühl mit den Themen die mich umtreiben nicht alleine zu sein.

    Es gibt auch Einwände

    In dem Kommentarstrang gab es natürlich auch berechtigte Einwände. Gerade Neulinge kennen vielleicht nur nervige Vorstellungsspielchen von Workshops oder fühlen sich einfach unwohl, sich inmitten lauter Fremder zu präsentieren. Viele berichten davon, wie sie sich erst einmal überwinden mussten, aber wie Luca so richtig anmerkte:

    Den anderen geht es nicht anders.

    Die Frage, wie viel wertvolle Zeit durch eine Vorstellungsrunde verloren geht, ist ebenfalls angebracht. Es ist Aufgabe der Moderation, für eine straffe Durchführung zu sorgen, weil man selbst mit nur drei Hashtags ins Reden kommen kann. Ute berichtet:

    Ich hab 2015 mal die Zeit mitgestoppt. Bei 75 Leuten hat das 8 Minuten gedauert. Mit etwas Disziplin geht das Ganze wirklich schnell.

    Die Frage ist natürlich, was bei wirklich großen Barcamps mit mehr als 150 Teilnehmern funktioniert. Könnten 500 Personen sich noch in einem angemessenen Rahmen vorstellen? Henning sagt nein:

    Eine klassische Vorstellungsrunde haben wir deshalb schon seit ein paar Jahren nicht mehr. Was wir machen, sind kleine Kennenlernspielchen, die mit den direkten Nachbarn funktionieren.

    Kein Barcamp ohne Vorstellungsrunde

    Insgesamt waren wir uns alle einig: Ohne Vorstellungsrunde könnte das Format Barcamp nicht klappen. Sie ist so wichtig wie der leere Sessionplan, sollte aber kein Selbstzweck werden. Und wenn eine kritische Masse überschritten wird, sind andere Methoden des Kennenlernens und der Herstellung von Augenhöhe gefragt.

    Vielen Dank an alle Mitdiskutanten!

    Beitragsbild: Gunnar Sohn, Vorstellungsrunde beim BarCamp Bonn 2016

  • Gleich zwei Mal im General-Anzeiger

    Gleich zwei Mal im General-Anzeiger

    Fast ein wenig übertrieben scheint unsere Präsenz in der vergangenen Woche in der örtlichen Presse. Am Mittwoch waren wir – zusammen mit Karin Krubeck und Damian Paderta – Teil der Bonner Bloggerszene, die schon eine Woche vor dem Relaunch der General-Anzeiger-Website einen Blick darauf werfen und Kommentare dazu abgeben durften. Das hat uns sehr viel Spaß gemacht und zeigte an dieser Stelle schon, dass die etablierte Presse die Bonner Bloggerszene ernst nimmt und einbindet.

    Johannes Mirus, Sascha Foerster, Damian Paderta und Karin Krubeck sind jene Auserwählten. Sie alle eint ihr Leidenschaft für das digitale Zeitalter, für Texte und Themen und vor allem für die Stadt Bonn. (weiterlesen)

    Noch deutlicher wurde am Donnerstag, dass das Neuland Einzug in Bonn hält. In einem Interview standen wir Rede und Antwort zu Fragen des Bloggens und der digitalen lokalen Szene.

    „Es gibt eine aktive digitale Szene“, sagen Johannes Mirus und Sascha Foerster. Im Interview sprechen sie über den Reiz des Bloggens, die lokale Szene sowie deren Vernetzung. In Bonn und der Region gibt es mehr als 800 Blogger. (weiterlesen)

    Im gleichen Zuge vorgestellt wurden exemplarisch Pia Drießen, Gunnar Sohn und Christina Wunder mit ihren Blogs. Wir haben diese drei empfohlen, weil sie gut die Bonner Bloggerszene abbilden. Pia, die deutschlandweit bekannte Familienbloggerin. Gunnar, der Wirtschaftspublizist und NEO-Veranstalter. Und Christina, die mit dem Chapter One Mag sich vor allem mit Berufseinsteigern befasst.

    Dabei soll es aber nicht bleiben. Der General-Anzeiger möchte die lokale Digitalszene noch stärker einbinden. Wir freuen uns, dass sie mit uns angefangen haben und dass die Zusammenarbeit mit dieser Woche nicht enden wird. Denn schließlich verfolgt Bonn.digital genau das: Analoges mit dem Digitalen verbinden und so insgesamt eine lebenswertere Stadt schaffen.

  • Aggregieren und Kuratieren: Wie man die Blogger einer Region sichtbar machen kann

    Aggregieren und Kuratieren: Wie man die Blogger einer Region sichtbar machen kann

    Eigentlich wollten wir unseren Vortrag auf der Webcon 2015 in Aachen persönlich präsentieren. Leider wurde die Veranstaltung kurzfristig abgesagt. Also entschieden wir uns kurzerhand, die Präsentation als Google-Hangout zu veranstalten. Das hatte nicht nur den Vorteil, dass wir nicht nach Aachen fahren mussten, sondern auch, dass wir gleichzeitig eine Videoaufnahme für jeden jederzeit abrufbar haben.

    Der Abstract:

    Wie kann man die Blogger und Blogs einer Region sichtbar machen und den lokalen Journalismus unterstützen? Diese Fragen stellten sich Sascha Foerster, Initiator und Betreiber von BonnerBlogs.de, und Johannes Mirus, Initiator und Betreiber von Bundesstadt.com, zunächst unabhängig voneinander und mit verschiedenen Ansätzen. BonnerBlogs aggregiert sämtliche Beiträge aus (möglichst) allen Blogs der Region Bonn. Bundesstadt.com ist ein journalistisch angehauchtes Portal für Bonn.

    Erst das Zusammenspiel zwischen BonnerBlogs und Bundesstadt.com hat
    ungeahnte Synergien freigesetzt. Seit Dezember 2014 werden – neben den journalistischen Berichten – jeden Tag von verschiedenen Autoren die besten, interessantesten oder anderswie auffälligen Bonner Blogbeiträge des vorangegangenen Tages auf Bundesstadt.com kuratiert (siehe http://bundesstadt.com/sektion/linktipps/).

    Das Ergebnis: Hohe Sichtbarkeit für die Bonner Blogger in der Region und stetig steigende Besucherzahlen auf Bundesstadt.com, die den Service der Kuration schätzen.

    Wir werden bei dem Vortrag die Lösung detailliert vorstellen – und hoffentlich dazu beitragen, dass diese Idee auch in anderen Regionen umgesetzt wird.

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  • Interview von Benjamin O’Daniel

    Interview von Benjamin O’Daniel

    An einem frischen Herbstmittag interviewte der Journalist und freie Autor Benjamin O’Daniel die beiden Bonn.digital-Helden.

    Wer sich für die Bonner Digitalszene interessiert, wird früher oder später auf Johannes Mirus und Sascha Foerster treffen. Der langjährige Community-Manager Sascha hat in seiner Freizeit den Blog-Aggregator „Bonner Blogs“ aufgebaut. Johannes arbeitet seit vielen Jahren als Social-Media- und Digitalberater und hat mit Bundesstadt.com ehrenamtlich eine lokale Bürgerplattform entwickelt. Gemeinsam mit Karin Krubeck haben sie das erste BarCamp Bonn organisiert, das auf Anhieb ein Erfolg wurde.

    Jetzt schließen sich die beiden erfahrenen Digitalexperten zur Agentur Bonn.digital zusammen. Sie wollen die Stadtgesellschaft vernetzen. Wir sprechen über die engagierte lokale Netzszene, Bonner Startups und Investoren, die blinden Flecken der Kommunalpolitiker – und ihrer etwas anderen Vorstellung von einer „Smart City“.

    Das komplette Interview lesen.