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  • Transparenzbericht Bonn.social: Einnahmen und Kosten 2025

    Transparenzbericht Bonn.social: Einnahmen und Kosten 2025

    Als wir Bonn.digital vor 10 Jahren gegründet haben, haben Johannes und ich eher nicht erwartet, dass wir einmal eine Social-Media-Plattform wie Bonn.social aufbauen. Wir haben das nicht alleine gemacht. Es ist ein Gemeinschaftswerk zusammen mit euch. Das ist es, was Community ausmacht. Und darum sehen wir uns auch verpflichtet euch Einblick und Ausblick zu geben. Schon hier möchten wir Danke sagen und euch ermuntern: Unterstützt uns weiter! Und lasst uns gemeinsam das Fediverse zum Wachsen bringen.

    Zahlen, Daten, Fakten

    Auf Bonn.social haben sich insgesamt ca. 1600 Accounts registriert. Davon sind weiterhin ca. 500 Menschen im Schnitt monatlich aktiv. Im Vergleich zu 2024 sind ca. 260 Accounts dazugekommen. Auf dem Server haben wir ca. 33 GB an Daten von der lokalen und ca. 230 GB von externen Instanzen, der Speicherbedarf wächst also, ist aber noch gut zu managen.

    Das Fediverse, bei dem Bonn.social nur ein Teil ist, wächst ebenso langsam, aber kontinuierlich weiter. Laut FediDB.com gibt es ca. 13 Mio. Accounts (davon 1 Mio. aktiv) auf ca. 43.000 Servern mit 67 verschiedenen Tools (am bekanntesten: Mastodon, Pixelfed, WordPress,…), die Teil des Fediverse sind. Das Fediverse insgesamt wächst langsam und organisch, aber es geht auch nicht wieder weg.

    Auf Bonn.social posten wir monatlich eine automatisch erstellte Übersicht über die aktuellen Zahlen, damit ihr auch das ganze Jahr über auf dem laufenden seid.

    https://bonn.social/@bonnsocial/116146577667856692

    Bonn.social alleine ist nicht das Fediverse: 2025 haben wir Bonn.pics (Pixelfed) für die moderierte Registrierung geöffnet. Seitdem haben sich 150 Accounts registriert, davon sind 41 aktiv. Pixelfed wird immer noch aktiv weiterentwickelt und hat noch manche Problemchen, weswegen wir es noch nicht all zu aktiv bewerben. Dan Supernault hat 2025 ein Crowdfunding erfolgreich abgeschlossen und ist seitdem fleißig dabei Pixelfed, aber auch Loops mit Hochkantvideos a la TikTok zu entwickeln.

    Alle unsere Blogs, auch der von Bonn.digital, sind dank des ActivityPub-Plugins Teil des Fediverse. Und besonders der Artikel über den PeerTube-Umzug von Sascha Pallenberg zeigt mit über 300 Reposts, 400 Likes und 23 Kommentaren, welches Potential darin steckt, wenn wir Social Media souverän machen.

    Natürlich haben wir alle unsere eigenen Videos auf Bonn.video gespiegelt und zwei externe Organisationen dort einen Account angelegt. Und wenn euch das noch immer nicht reicht, dann seht ihr auf start.bonn.digital unseren ganzen Server-Park mit sehr vielen föderierten und souveränen Diensten darunter.

    Eine neue Statistik betrifft sogenannte „AltTexte“. Die Alternativ-Texte helfen nicht nur Menschen mit Sehstörungen und Blinden dabei Bilder besser zu verstehen. Darum haben wir auf Nachfrage in unsere Datenbank geschaut und möchten euch ermuntern: Schreibt, wann immer ihr könnt zu euren Bildern und Videos Alternativtexte. Anfang 2026 haben ca. 37% aller Medien auf Bonn.social eine alternative Textbeschreibung gehabt. Da geht mehr!

    Bonn.social Support

    Auf der Mastodon-Instanz @bonnsocial gibt es insgesamt 36.990 lokale Medienanhänge. 13.669 davon enthalten einen Alt-Text – das entspricht 36,95 % aller lokalen Medienanhänge.

    19. February 2026, 16:00 3 Boosts 4 Favoriten

    Link zum Post https://bonn.social/@bonnsocial/116098127125402657

    Das erste Mastodon-Meetup in Bonn

    Ich möchte an dieser Stelle herzlich Ela Wild danken. Sie ist nicht nur mit ihrem Account und ihre Community zu Bonn.social umgezogen (denn im Fediverse ist ein Umzug möglich, ohne sein Netzwerk aufgeben zu müssen), sondern sie hat 2025 einen Fediverse-Stammtisch organisiert, der 2026 fortgeführt wird. Folgt ihr um zu erfahren, wann der nächste Termin stattfindet, damit wir uns auch im „Bonner Real Life“ treffen können.

    Fuchsmädchen

    Liebe Bonner,

    ein neues Jahr ist angebrochen, also wird es Zeit für den ersten Stammtisch unserer fedi-Community in 2026! 🎉

    Wann? – 22.01.26, 18 Uhr
    Wo? – Makiman 1, Sterntorbrücke 11, 53111 Bonn

    Weil die Frage öfters kommt: Ja klar dürft ihr dazu stoßen, bitte unbedingt! 😊

    Was erwartet euch?
    Nette Menschen, Austausch, gemeinsam was essen und trinken.

    Bitte gebt mir bis zum 19.01. Bescheid, ob ihr dabei seid zwecks Reservierung.

    6. January 2026, 14:17 8 Boosts 32 Favoriten

    Link zum Post https://bonn.social/@ElaWild/115848580379823823

    Auch das ist für mich ein tolles Zeichen für eine aktive Community im Lokalen, die sich selbst organisiert und Lust hat auf Vernetzung, egal ob digital oder persönlich an einem Ort. Danke Ela! Und kommt gerne zum nächsten Meetup dazu. Wir werden das nächste Meetup (voraussichtlich im März) auch bei Bonn.jetzt, unserem föderierten Event-Kalender, ankündigen.

    Money Money Money

    So, let’s talk about money. Schauen wir zuerst wieder auf die Einnahmenseite:

    • Rund 4000 € (Vorjahr: ca. 2300 €) an freiwilligen Zuwendungen haben wir über Banküberweisungen und regelmäßige Buchungen (41 Abonnent*innen) erhalten. Herzlichen Dank für die wachsende Unterstützung. Das ist richtig gut und darf gerne so weitergehen, denn das gibt uns die Möglichkeit die Angebote auszubauen, wie am Beispiel von Bonn.pics auf Basis von Pixelfed oder Bonn.jetzt zu sehen.
    • Wir haben 3 Sponsoren (Vorjahr: 5), die knapp 800 € im Jahr 2025 (vorher: 1000 €) überwiesen haben, um Bonn.social zu unterstützen. Danke darum insbesondere an tänzer:digital, den Deutsch-Südafrikanischen Reisendienst und denRheinwerk-Verlag für die Treue. Wir freuen uns über weitere Unternehmen, die uns substantiell unterstützen wollen. Da steckt mehr Power drin, aber noch sind lokale Unternehmen zurückhaltend.
    • Natürlich gab es wieder zahlreiche Vorträge, Beratungen und Engagement für das Fediverse, SaveSocial, den Digital Independance Day und in dem Rahmen auch hier und da eine Vergütung oder Auftrag für Bonn.digital. Besonders hervorheben möchte ich das Projekt „Pallenberg.video„, bei dem wir den YouTube-Kanal von Sascha Pallenberg ins Fediverse gespiegelt haben. Danke Sascha, für das Vertrauen und die tolle Zusammenarbeit!

    Wir sind unheimlich dankbar dafür, dass ihr alle uns helft, dieses Angebot auf die Beine zu stellen zu betreiben. Egal, ob ihr uns monetär oder ideell unterstützt: Wir freuen uns riesig über die wachsende Unterstützung aus der Community, der wir uns verpflichtet fühlen. Darum unterstützt uns weiterhin, am liebsten regelmäßig, wenn ihr unsere Angebote nutzt.

    Kosten

    Die Ausgabenseite ist immer noch schwierig zu erfassen. Ungezählte Stunden an Administration, Moderation und Kommunikation stecken in Bonn.social, seitdem wir es 2017 gestartet haben. Aber zugleich wissen wir, wie wichtig es ist, dass alternative Angebote aufgebaut werden. Im Kontext der Weltpolitik wird der Wert von digitaler Souveränität immer höher geschätzt und wir sind stolz darauf unseren Beitrag zu leisten und dabei von euch unterstützt zu werden.

    Aber wir müssen immer bedenken, dass das Fediverse ein Ökosystem ist: Es gibt Entwickler*innen von Mastodon, die Fediverse-Community, Menschen, die sich um ActivityPub und die Weiterentwicklung der Protokolle kümmern, usw. Wir müssen es schaffen dort für alle nachhaltige Geschäftsmodelle aufzubauen. „Baut tausend kleine Firmen draus“, sagte Padeluun, ein Internetaktivist schon vor Jahren. Wir sind dabei ein solches Unternehmen zu sein, aber die Einnahmen können so keine Personalkosten finanzieren.

    Die reinen Server- und Domainkosten betragen 2025 etwa 900 € (600€) im Vorjahr. Dazu muss man sagen, dass wir einerseits sparsam mit den Ressourcen umgehen, andererseits wir dann doch immer wieder an Kapazitätsgrenzen stoßen, weil die Datenbank wächst, der Speicherplatzbedarf steigt, die Server gepflegt werden sollen und zwischendurch auch sehr aktive User*innen dafür sorgen, dass viele Leute die Inhalte von Bonn.social abrufen möchten, was für Lastspitzen sorgt. Wir werden 2026 die Infrastruktur ausbauen müssen, dabei sind RAM und Speicherplatz aufgrund von „Künstlicher Intelligenz“ dummerweise teurer geworden, weswegen wir mit Preissteigerungen rechnen müssen.

    Hier ist auch der größte Kostenfaktor die Arbeitszeit, die nicht wirklich gut kalkulierbar ist, da wir parallel viele Dienste betreiben und selbst Bonn.social als Agentur aktiv nutzen. Was weiterhin gut ist: Moderation ist kein größeres Problem. Wir haben weiterhin die moderierte Registrierung aktiv, so dass nur User*innen dazu kommen können, die wir einmal geprüft haben, im Zweifelsfalle fragen wir per E-Mail nach. Danke für so eine nette Gruppe an Menschen, die sich zu benehmen wissen. Wenn man sich andere soziale Netzwerke anschaut, weiß man, dass das nicht selbstverständlich ist. Aber ich glaube auch, dass die Struktur des Fediverse gute Kommunikation begünstigt und das kein Zufall ist.

    Fazit und Ausblick

    Wir arbeiten daran eure Unterstützung noch leichter zu machen: Beabee, unser Spenden-Tool wird bald auch einmalige Spenden annehmen können. Ebenso arbeiten wir daran, dass ihr Apple Pay und Google Pay benutzen könnt. Die europäische Alternative Wero werden wir anbieten, sobald unsere Bank das unterstützt.

    Wir hoffen auch, dass viele Unternehmen und Organisationen sich mit dem Fediverse beschäftigen werden. Der Digital Independence Day mausert sich zu einer großen Bewegung und wir hoffen, dass diese Welle auch 2026 weitergeht und viele Menschen weg von Big Tech zu den Alternativen wechseln.

    Wir wollen auch weitere Dienste aufbauen, wie zum Beispiel Loops mit Hochkantvideos im Stile von TikTok. Aber sobald Video ins Spiel kommt, werden die Anforderungen deutlich höher, insofern müssen wir unsere Server, die an der Kapazitätsgrenze laufen, unbedingt ausbauen. Unterstützt uns dabei, damit wir uns das Gute an Social Media wieder zurückholen: echter Austausch, Vernetzung und Teilhabe für alle.

  • Pride Month: Nicht nur bunt im Juni

    Pride Month: Nicht nur bunt im Juni

    Juni ist Pride Month. In den Feeds leuchten wieder Regenbogenfahnen, es hagelt Hashtags wie und viele Logos und Profilbilder sind plötzlich in Pride-Farben eingefärbt. Auch wir als Social-Media-Agentur stehen jedes Jahr vor der Frage: Machen wir da mit? Was empfehlen wir unseren Kunden? Und wie zeigen wir unsere Haltung ohne dabei in Rainbow-washing abzurutschen?

    Denn klar ist: Ein buntes Logo allein reicht nicht. Es braucht mehr als einen temporären Farbwechsel, um Vielfalt sichtbar zu machen. Es muss darum gehen, wie wir sie im Alltag leben und auch darum, wo wir noch Lücken haben.

    Vielfalt beginnt im Kopf, nicht im Feed

    Das Thema Vielfalt umfasst nicht nur die sexuelle Orientierung und Identität, sondern auch Aspekte wie ethnischer Hintergrund, Geschlecht, Religion, Alter, körperliche und geistige Fähigkeiten und die soziale Herkunft. All diese Facetten spielen in unseren Arbeitsalltag rein, sowohl beim Miteinander im Team, wo jeder seine individuelle Persönlichkeit mitbringt, als auch in die Erstellung von Social-Media-Beiträgen und die Planung von Veranstaltungen. Haben wir daran gedacht, ein Podium divers zu besetzen? Sind unsere Veranstaltungsräume barrierefrei (und damit meinen wir nicht nur rollstuhlgerecht)? Wurde bei Newslettern oder Social-Media-Postings gegendert? Sind Bilder, die wir verwenden, stereotyp? Klingt nach Selbstverständlichkeit und doch merken wir in der Realität, wie leicht man in alte Muster zurückrutscht, gerade wenn es schnell gehen muss. Vor allem in Sachen Barrierefreiheit haben wir Luft nach oben, zum Beispiel: Untertitel für Reels und Stories? Fehlen manchmal. Alt-Texte für Bilder? Hab ich letztens erst vergessen und dafür einen Rüffel von der Mastodon-Community bekommen.

    Flagge zeigen oder Klappe halten?

    Im Pride Month wollen viele Marken „Flagge zeigen“. Aber müssen wir eigentlich jedes Jahr selbst sprechen, oder sollten wir auch mal die Klappe halten und anderen die Bühne überlassen? Die sich wirklich mit dem Thema auskennen und 365 Tage im Jahr Aufmerksamkeit für das Thema schaffen. Deshalb wollen wir euch folgende Profile auf Social Media empfehlen:

    • Im Fediverse: LSVD⁺-Bundesverband
      Offizieller Mastodon-Account des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt – Für Menschenrechte, Vielfalt und Respekt
    • Auf Instagram: Rheinqueer (Bonn)
      Eine Gruppe von engagierten Menschen, die es sich gemeinsam zur Aufgabe gemacht haben, in Bonn und Umgebung die LSBTIQ* Community als Teil der Bevölkerung zu stärken und zur Vielfalt in unserer Stadt beizutragen.
    • Auf Tiktok: Frau Löwenherz
      Die queere Journalistin und Aktivistin Leonie Plaar nutzt die Plattform um sich gegen Rechtsextremismus und für LGBTQIA+ und Feminismus stark zu machen.
    • Auf Facebook: Projekt 100% Mensch 
      Bildung, Aufklärung und Sichtbarkeit für queere Themen!
    • Webseite: Queere Bildung
      Queere Bildungsarbeit setzt sich für eine Gesellschaft ein, in der lesbische, bisexuelle, asexuelle, schwule, trans*, inter*, heterosexuelle und queere Lebensweisen gleichberechtigt gelebt werden können und uneingeschränkte Akzeptanz finden.

    Vielfalt ist kein Trend im Pride Month, aber braucht mehr Sichtbarkeit

    Pride Month ist keine PR-Gelegenheit. Aber es erinnert gerade unsere Kommunikationsbranche daran, unsere Rolle kritisch zu hinterfragen und sensibel zu sein. Sichtbarkeit für ein Thema zu schaffen, ist wichtig, aber kann schnell zur Fassade werden, wenn unter dem regenbogenfarbenen Mäntelchen kein echtes Interesse und Handeln steckt. Für uns als Agentur heißt das: Nicht nur posten, weil „man das jetzt halt macht“, sondern, weil wir eine Verantwortung haben. Wir wollen Kommunikation machen, die Menschen mitdenkt – nicht nur an „Awareness Days“.

    Deshalb schauen wir als Social-Media-Agentur nicht nur auf die großen Plattformen, sondern auch auf alternative Räume wie das Fediverse. Denn gerade dort, fernab algorithmischer Lautstärke und vernachlässigter Moderation, finden viele marginalisierte Gruppen digitale Safe Spaces, in denen sie sich freier ausdrücken können, weil dort nicht Hass Reichweite bringt. Sie erinnern uns auch daran, dass nicht alle sich auf Instagram oder LinkedIn sichtbar machen wollen oder können. Das Fediverse auf Basis von ActivityPub, einem offenen Protokoll für dezentrale soziale Netzwerke, ist gerade auch von queeren Menschen erdacht und gebaut worden, und ohne dieses Engagement gäbe es viele dieser digitalen Freiräume schlicht nicht. Und das ist alles andere als selbstverständlich. Vielfalt bedeutet also auch, die Vielfalt der Räume zu bieten und nicht nur dort laut zu sein, wo es Likes bringt.

    Wir bleiben dran, machen weiter Fehler, um daraus besser zu werden. Nicht nur im Juni. Nicht nur, wenn es trendet. Sondern jeden Tag in echten Gesprächen, auf Events, im Team. Denn Haltung zeigt sich nicht im Feed, sondern im Alltag.




    Fediverse-Reaktionen
  • Transparenzbericht Bonn.social: Einnahmen und Kosten 2024

    Transparenzbericht Bonn.social: Einnahmen und Kosten 2024

    Seit 2017 betreiben wir den Mastodon-Server Bonn.social für die lokale Community. Stand Januar 2025 ist Bonn.social das Zuhause von 1439 Accounts, wovon etwa ein Drittel im letzten Monat aktiv war. Nach den großen Account-Wanderungen von Twitter im Jahr 2022 bleibt die Accountzahl stabil. Wir wollen dieses Jahr einen Einblick in unsere Zahlen geben – einen Transparenzbericht – und unsere Einnahmen und Kosten durch Bonn.social offenlegen.

    Das Fediverse lebt nicht von Werbeanzeigen oder der Sammlung von Daten, sondern durch kleine Beiträge von vielen. Seit Ende 2022 gibt es die Möglichkeit, uns regelmäßig freiwillige Zuwendungen zukommen zu lassen. Nur so kann der Betrieb der föderierten Dienste nachhaltig finanziert werden. Zusätzlich erlauben wir Sponsor*innen, uns zu unterstützen. Diese erhalten im Gegenzug ein Custom Emoji mit ihrem Logo und ein Werbebanner auf der Unterstützer*innen-Seite. Allen gilt natürlich unsere „ewige Dankbarkeit“™.

    Einnahmen

    Schauen wir im Transparenzbericht zuerst auf die Einnahmenseite:

    • Ca. 2300 € an freiwilligen Zuwendungen haben wir über Banküberweisungen und regelmäßige Buchungen erhalten, also fast 200 € monatlich.
    • Wir haben 5 Sponsoren (neben uns selbst), die knapp 1000 € im Jahr 2024 überwiesen haben, um Bonn.social zu unterstützen. Danke an tänzer:digital, den Deutsch-Südafrikanischen Reisendienst, terrestris, die Müllverwertungsanlage Bonn und den Rheinwerk-Verlag.
    • Dank unserer Expertise konnte Sascha 2024 drei Vorträge halten. Diese wurden entweder vergütet oder sie führten zumindest zu einer Erstattung der Teilnahmegebühren.
    • Und wir haben zwei Community-Management-Kunden, deren Mastodon-Kanal wir betreuen, einer davon ist ausschließlich im Fediverse aktiv.

    Wir sind unheimlich dankbar dafür, dass ihr alle uns helft, dieses Angebot auf die Beine zu stellen zu betreiben. Egal, ob ihr uns monetär oder ideell unterstützt: Wir freuen uns über jede Unterstützung.

    Kosten

    Die Ausgabenseite ist schwieriger zu erfassen, denn der Aufbau von Bonn.social besteht nicht nur aus den reinen Serverkosten. Nicht zu beziffern ist vor allem die investierte (Frei-)Zeit, die seit 2017 in das Projekt geflossen ist. Ähnlich ist es bei den Entwickler*innen von Mastodon. Deswegen geben wir einen Teil der Einnahmen dort in Form einer regelmäßigen Spende weiter, damit das Ökosystem insgesamt funktioniert.

    • Die reinen Server- und Domainkosten betragen etwa 600 € pro Jahr.
    • Nicht wirklich kalkulierbar ist die Arbeitszeit für den technischen Betrieb der Server, die Konfiguration, Administration und die Moderation. Da wir einige weitere Server betreiben, wird unsere IT-Infrastruktur als Ganzes betreut. Zum Glück macht die Moderation so wenig Arbeit, dass es sich kaum lohnt, die Zeiterfassung zu starten. Seit 2017 bis Ende 2024 haben wir insgesamt knapp unter 500 Meldungen erhalten. Der Großteil davon waren Spam-Accounts auf fremden Servern, die mit zwei Klicks erledigt waren. Aber es gibt auch die schwierigen Fälle, bei denen genau geplant und abgestimmt werden muss, wie vorgegangen wird. Diese Einzelfälle können aber schnell Stunden bis Tage an Zeit in Anspruch nehmen. Ebenso kann es herausfordernd sein auf rechtliche Rahmenbedingungen zu prüfen und einen sicheren IT-Betrieb zu gewährleisten, da dies schwer im vorraus zu bestimmen und kalkulieren ist.
    • Glücklicherweise haben wir bisher keine Rechtsstreitigkeiten erlebt. (Toitoitoi).

    Fazit und Ausblick

    Wir freuen uns, dass Bonn.social sich inzwischen selbst trägt: Einnahmen und Kosten durch Bonn.social sind ausgeglichen. Besonders schön ist es, dass unsere Community so „pflegeleicht“ ist. Dafür sind wir sehr dankbar und hoffen, dass es so bleibt. Denn gerade die Moderation von strittigen Fällen kann unerwartet zum Zeitfresser werden. Gleiches gilt für Serverausfälle, die uns im letzten Jahr nur einmal ereilt haben. Zum Glück war unser Hoster sofort zur Stelle und hat uns hervorragend betreut.

    Weitere Fediverse-Plattformen

    Wir sind gespannt, wo die Reise mit dem Fediverse hingeht. Wir experimentieren mit weiteren föderierten Diensten, wie dem Instagram-Klon Pixelfed, der YouTube-Alternative Peertube und Gancio. Aber wir testen auch Bookwyrm, WriteFreely, OwnCast, Manyfold und Castopod. Bisher sind die meisten Dienste nur für uns selbst im Beta-Betrieb.

    Die nächste Plattform, die wir für Euch öffnen wollen ist Pixelfed. Bis Mitte Februar 2025 könnt ihr Pixelfed bei Ihrem Crowdfunding unterstützen. Wir sind bereits Gold-Sponsor, denn wir können euch nur Software anbieten, wenn auch die Entwickler*innen davon leben können.

    Ihr könnt uns weiter unterstützen, sodass wir mehr Kapazitäten für das Fediverse einsetzen können. Aktuell macht das Fediverse nur einen kleinen Bruchteil unserer Einnahmen aus. Aber wir sind vorbereitet und bereit, mehr daraus zu machen, wenn ihr diesen Weg mit uns gehen möchtet. Darum unterstützt uns so gut ihr könnt, damit wir Social Media wieder zu dem machen, was uns gut tut, unsere Demokratie nicht gefährdet und sich an eurem Wohl interessiert.

  • Threads startet in Deutschland: Risiken und Chancen

    Threads startet in Deutschland: Risiken und Chancen

    Europa hat lange darauf gewartet. Nun kündigt Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, Instagram, WhatsApp, den offiziellen Start von Threads, dem Twitter-Äquivalent, in der EU an. Ab Donnerstag, 14. Dezember 2023, 12 Uhr mittags, erhalten auch Menschen Zugriff auf den Dienst, deren Regierungen Wert auf Datenschutz und -souveränität legen.

    Obwohl Europäer*innen bereits seit dem Start im Juli Threads nutzen konnten, war dies bisher oft nur mit erheblichem Aufwand möglich, um die EU-Sperren zu umgehen. Den Großteil der Twitter-Flüchtenden konnte der Dienst deshalb bisher noch nicht auffangen. Das wird sich nun vermutlich ändern.

    Threads wird schnell groß werden

    Threads wird voraussichtlich schnell zu einem bedeutenden Akteur im Twitter-Nachfolgemarkt heranwachsen, vor allem aufgrund seiner engen Verbindung mit Instagram. Durch einfache Schritte können Instagram-Nutzer ein Threads-Profil erstellen, wobei der Insta-Name direkt als Threads-Account fungiert und Follower mitgenommen werden können. Und natürlich ist es auch ein Leichtes, Inhalte der einen Plattform auf der anderen zu teilen. So wird Threads in kurzer Zeit eine große Menge an EU-Nutzer*innen generieren können. Der Rest der Welt ist ja sowieso schon da.

    Wir sind gespannt, wie sich in diesem Umfeld die anderen Twitter-Alternativen entwickeln. Sie hatten nun über ein Jahr Zeit, Traktion zu bekommen, also eine Anzahl an Nutzenden für sich zu gewinnen, die groß genug für Netzwerkeffekte außerhalb der eigenen Filterblase sind. Mastodon hat sich in einer gemütlichen, leicht exklusiven Nische positioniert, während Bluesky immer noch hinter einer Invite-only-Schranke verweilt.

    Threads – vorne mit dabei

    In der Social-Media-Welt zeichnet sich eine Tendenz zu einer vereinheitlichten Plattform beim Teilen von Inhalten ab, und Threads vereint die Möglichkeiten von Instagram mit den prägnanten Kurznachrichten eines Twitter-ähnlichen Dienstes. Die Verbindung zu Instagram gibt Threads Zugang zu einer etablierten Nutzerbasis und einem verifizierten System, was ihm beim offiziellen Start in Europa zugutekommen wird. Dennoch werfen Fragen zur Datensicherheit und Privatsphäre, die sorgfältig betrachtet werden müssen, Schatten auf diesen Erfolg.

    Eine Besonderheit stellt die geplante Integration des ActivityPub-Protokolls dar. Das vernetzt das sogenannte Fediverse, zu dessen bekanntesten Vertretern Mastodon zählt. Die Einbindung dieses offen zugänglichen Protokolls eröffnet die Möglichkeit einer umfassenderen Vernetzung und Interaktion zwischen verschiedenen Plattformen. Jedoch besteht die Gefahr, dass Threads aufgrund seiner marktbeherrschenden Position das Protokoll für seine Zwecke nutzt und das Fediverse dominiert. Aufgrund dieser Befürchtung haben bereits einige Mastodon-Instanzen angekündigt, Threads proaktiv zu blocken. Wir werden bei Bonn.social eine vorsichtige, abwartende Haltung einnehmen.

    Die nächsten Monate werden spannend

    Insgesamt kündigt sich mit der Einführung von Threads in der EU eine bedeutsame Entwicklung in der digitalen Kommunikation an. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass jede Medaille zwei Seiten hat, und Potenziale sowie Risiken sorgfältig bewertet werden müssen. Daher sollten wir das Aufkommen von Threads mit gesunder Neugier und einem kritischen Blick beobachten, da die nächsten Monate zweifellos spannend werden.

  • Meine zehnte re:publica ’23 – (k)ein bisschen alt geworden

    Meine zehnte re:publica ’23 – (k)ein bisschen alt geworden

    2013 war ich zum ersten Mal bei der re:publica. Jetzt war ich mal wieder in Berlin, ein Jahrzehnt später, diesmal um selbst über die Finanzierung der Bonn.social-Mastodon-Instanz mittels Beabee zu sprechen. Was hat sich geändert? Was ist gleich? Und wie war’s?

    Damals war ich noch Community Manager der Max Weber Stiftung. Es gab Aufbruchstimmung, Social Media in der Wissenschaft, neue digitale Kommunikationsformen, die Netz-Community, alles kam bei der re:publica zusammen, was einen Blog und einen Twitter-Account hatte. 2013 und in den folgenden Jahren kam ich immer mit einem Bündel von Ideen nach Hause, die ich dann in den folgenden 12 Monaten umsetzte. Egal ob mein Crowdfunding für die Nachkriegskinder, die Idee von dezentralen sozialen Netzwerken oder der IronBlogger-Idee, bei der Johannes und ich uns persönlich kennenlernten, Barcamp Bonn, Bonn.digital, ihr wisst schon. Das mit den guten Ideen und netten Menschen bei der re:publica ist im Grunde bis heute auch so. 

    Aber es deuteten sich auch die Schatten am Horizont an. Die Snowden-Leaks, die heimlichen Datensammlungen von allem, was wir bereitwillig im Netz teilten, die wachsende Bedeutung des Themas Datenschutz und die endlos langsame Digitalisierung Deutschlands, egal ob es um Verwaltung, Glasfaser oder Bildung geht. 2023 sind wir beim Thema Cash Cash Cash angekommen. Die re:publica hatte sich als „Klassentreffen der Netz-Community“ immer freundlich abgehoben von Perfomance-Marketing-Events wie der dmexco, die mich deswegen nie wirklich angesprochen haben. Community war mir wichtiger als Kommerz.

    Aber Kommerz ist nicht unwichtig. Geschäftsmodelle entscheiden darüber, welche Ideen überleben. Oder zumindest muss es ein Modell zur Erhaltung von Ideen geben. Geld hilft da oft. Selbst die Wikipedia, ein riesiges Community-Projekt, nimmt gerne Geld an, weil es irgendwann eben kein Hobby mehr ist, sondern Arbeit wird. So ähnlich geht es mir mit den lokalen digitalen Portalen, die wir immer als Nebenprodukt von Bonn.digital für die lokale Community gesehen haben. Es macht einen Unterschied, ob man zum Spaß und für sich selbst einen kleinen Mastodon-Server einrichtet und 100 Leute dazu einlädt, oder ob man 1000 und mehr Accounts verantwortet, moderiert, dafür sorgt, dass die Updates reibungslos und die Backups funktional sind und in Zukunft noch weitere Angebote entstehen können. Insofern habe ich den Wunsch, die steigenden Anforderungen, die ich mir auch selbst mit einem gewissen Idealismus stelle, mit finanziellen Mitteln tragfähig zu machen, damit es weiter wachsen und gedeihen kann. Gerne organisch: ich brauche keinen Hype-Cycle und das Auf und Ab. Ich freue mich über eine langsam wachsende und resiliente Community, die ihre eigenen Portale finanziert. 

    Als die erste Welle von Menschen 2022 nach einer Twitter-Welle eine Alternative suchten, war mir klar, das ich diese Welle nutzen möchte. Die Unterstützungsbereitschaft war in dieser Phase besonders hoch. Ich suchte nach einer Möglichkeit Menschen eine einfache und unkomplizierte Möglichkeit zu geben uns regelmäßig kleinere Geldbeträge zukommen zu lassen. Diese sollte aber weitestgehend die gleichen Ansprüche an Unabhängigkeit von Dritten, Anpassbarkeit und Integration bieten, wie ich es von Mastodon, dem Fediverse oder vielen anderen Open-Source-Projekten gewohnt war. Das Selbst-Hosten ist zwar mit hohen Einstiegskosten verbunden, aber auf lange Sicht ist man frei und kann die Abonnenten mitziehen, wenn die Plattform nicht mehr taugt. 

    Wir suchten lange, kein Tool erfüllt die Anforderungen, die ich hatte. Bis wir Beabee.io gefunden haben. Beabee ist aus einem Mitgliedschafts-Projekt eines Makerspaces in South London entstanden, wurde dann für die Bristol Cable, einem Community-Journalismus-Projekt aus – Bristol – weiterentwickelt. Nun gibt es finanzielle Unterstützung von Correctiv und anderen Förder-Organisationen zur Weiterentwicklung, so dass die Software „reif“ für den Einsatz ist. Wir nutzen Beabee unter https://abo.bonn.digital/join um dort eine einfache Möglichkeit per SEPA oder Kreditkarte uns regelmäßig automatisch zu unterstützen. Alternativ haben wir die Landingpage https://bonn.digital/unterstuetzen eingerichtet, wo es andere Wege gibt, unsere Aktivitäten für lokale Plattformen zu unterstützen. 

    So kam in den letzten 12 Monaten eine – finde ich – doch sehr beachtliche Summe von fast 3000€ zusammen, die wir aus regelmäßigen Zuwendungen, einmaligen Zahlungen und mehreren Sponsoren erhalten haben. Bei der re:publica 2023 habe ich mit Tobias Hauswurz von Correctiv Beabee vorgestellt und diskutiert, wann es das richtige Tool ist. Die Folien findet ihr hier:  https://docs.bonn.digital/p/RPsznMwat#/. Es war eine kleine, aber sehr feine Runde, von Menschen die das Thema umtreibt und die auch schon aktiv im Fediverse sind oder ihre ersten Schritte planen. Die Diskussion kannte die gesamte Bandbreite von „nettes AWO-Projekt“ bis hin zu „das ist die Zukunft, wenn die DSGVO mal durchgesetzt wird.“

    Für mich ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg des Fediverse, dass wir eine nachhaltige Finanzierung aufbauen, die nach dem Prinzip „Eat your own dogfood“ organisiert ist. Wie können wir einerseits sagen, dass wir unsere sozialen Netzwerke datenschutzfreundlich und unabhängig auf europäischen Servern hosten wollen und andererseits dann doch amerikanische Abo-Dienste wie Patreon nutzen? Ich bin gespannt, welche Lösungen sich da in den nächsten Jahren noch zeigen werden. Bitcoin wird es meiner Meinung nach nicht sein, die „Umweltsau“ unter den Finanzprodukten. Vielversprechend finde ich das GNU-Taler Projekt, dass mir von der Innovationsabteilung einer netten Bank vor Ort noch mal detailliert vorgeführt wurde, mit den Worten: „Willst Du ein neues rabbit hole?“ Ja, genau dafür fahre ich zu re:publica, um mein nächstes „rabbit hole“ zu finden und vielleicht die (lokale) Welt wieder etwas besser zu machen.

    Und so bin ich einerseits ein bisschen traurig, dass die digitale Netz-Community sich daran gewähnt hat, in amerikanischen Clouds zu sein, denn es wurde fleißig weiter getwittert, mehr als 3/4 der Postings war auf Twitter, nur 1/4 auf Mastodon. Die Anzahl der Vorträge zum Thema Fediverse und Twitter-Exit war sehr überschaubar, z.B. Luca Hammer mit seinem Talk „Twitter ist tot“: https://lucahammer.com/talks/rp23/#/unternehmen-ist-tot Und andererseits ist es toll in so einem „melting pot“ der Ideen einzutauchen, tolle entspannte lange Gespräche zu führen, mit Menschen, die man sonst meistens nur im Netz sieht und schätzt. Da erzählt man eben persönlich was vom Pferd(divers). Ein bisschen erschlagen war ich auch von der Größe und der Menge der Menschen. Ich kenne das selbst als Veranstalter, dass man dazu neigt, es noch größer, schöner und toller machen zu wollen. Aber manchmal ist es auch ein „zurück zu den Wurzeln“ eines Events, dass es gut für alle macht und nicht das Streben nach Wachstum und mehr Umsatz. Aber vielleicht liegt das auch an drei Jahren Digital-Events und HomeOffice, das ich da was empfindsamer als sonst war. Denn wo sonst, hat man die Möglichkeit selbst aus der kleinsten Nische noch die 15 interessanten Personen persönlich zu treffen? Insofern freue ich mich auf die Rückkehr in die Station, und bin eher nicht so interessiert am zweiten Festival in Hamburg. Aber vielleicht gibt es ja irgendwann mal einen re:publica-Ableger in Bonn? Schön wäre es.  

    10 Jahre re:publica: ich hoffe, wir bleiben jung und verrückt. Herzlichen Danke an alle, die die re:publica zu dem machen, was sie ist. Wie war eure re:publica-Erfahrung? Was habt ihr mitgenommen an Ideen?