Die Uhrzeiger stehen auf 09:30 Uhr. Vorsichtig treten die ersten wissensdurstigen Besucher durch die Eingangstür und registrieren sich an der charmanten Einlasskontrolle. Wenige Augenblicke später finden wir sie zwischen bunten Wohnwagen wieder, gewappnet mit einer Laugenbrezel, einem frisch gebrühten Kaffee und dem gut sichtbaren Namensschild um den Hals. Noch bevor die offizielle Begrüßung beginnt, vernehmen wir bereits die ersten Gespräche und Fachsimpeleien über Nachhaltigkeit und umweltbewussteres Leben.

Richtig erkannt, wir schreiben über das NachhaltigkeitsCamp, das vergangenen Freitag in den heiligen Hallen des BaseCamps stattfand. Bereits zum dritten Mal standen wir Engagement Global zur Seite und unterstützten sie bei der Organisation und Durchführung des themenspezifischen BarCamps.

Und wie sagt man im Rheinland so schön? Ab dem dritten Mal ist es Tradition!

NachhaltigkeitsCamp? BarCamp? BittewasCamp?

Das Wort Camp im Namen und bunte Wohnwagen als Location? Nein, beim NachhaltigkeitsCamp ging es nicht um nachhaltiges Camping, wobei eine passende Session sicherlich spannend gewesen wäre.

Teilnehmerinnen stellen ihre Session vor. Foto: Bonn.digital

Das NachhaltigkeitsCamp ist ein themenspezifisches BarCamp, sprich ein offenes, modernes Veranstaltungsformat, bei dem die Teilnehmenden das Tagesprogramm aktiv mitgestalten.
Im Vorfeld werden keine Vorträge oder Workshops definiert, sondern jeder Teilnehmende darf sich am Veranstaltungstag vor Ort proaktiv einbringen und Sessions anbieten.

Ziel dieser Veranstaltungsart ist es, dass herkömmliche Hierarchien wegfallen und somit ein echter Austausch auf Augenhöhe gegeben ist. Es gibt keine festen Speaker oder Fachexperten, sondern jede*r darf und soll sich einbringen dürfen. Jede*r soll die Gelegenheit bekommen, über das Thema oder Problem seiner/ihrer Wahl zu sprechen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

 

40 Sessions und über 160 Teilnehmende

Von Jahr zu Jahr wuchs nicht nur die Teilnehmerzahl, sondern auch die Themenvielfalt. In diesem Jahr reihten sich so viele Menschen vor dem Sessionboard ein, dass wir innerhalb kürzester Zeit insgesamt 40 verschiedene Vorträge und Diskussionsrunden organisiert hatten.

So langsam füllt sich das Sessionboard. Foto: Engagement Global/Jo Hempel

Und auch die Bandbreite der Themen war wieder einmal enorm. Der Wissenschaftsladen Bonn bat zum Beispiel eine interaktive Session an, bei der mithilfe der 6-3-5-Methode Ideen gesammelt wurden, wie man Bonn für die Folgen des Klimawandels fit machen könnte.

Melanie Olbrich, die in Meckenheim den Indoor-Spielplatz MELODIY betreibt, erzählte nachmittags von nachhaltigen Erziehungsmethoden, während es in einer parallelen Session um ein plastikfreies Leben ging.

 

 

 

Wer nach einigen Sessions kein Sitzfleisch mehr hatte, konnte sich draußen aktiv betätigen und beispielsweise das e-Lastenrad von NATURSTROM oder die Rikscha von Radeln ohne Alter Probe fahren.

Foto: Engagement Global/Jo Hempel

Nachhaltig glücklich

Wir, als erfahrene BarCamp-Besucher und -Organisatoren, waren vom diesjährigen NachhaltigkeitsCamp total überwältigt. Es gab so viele gute Vorträge und immer wieder nahmen wir kleine, spontane Gesprächsrunden wahr. Und den Buzz über Twitter sollten wir nicht vergessen. Innerhalb kürzester Zeit waren wir mit unserem Hashtag #ncbn18 unter den Top 10 Trending Topics!

Und vielleicht haben wir auch in diesem Jahr wieder Glück und aus den kleinen Vernetzungen und Ideen entstehen erneut tolle Projekte, wie der Bonner Ableger von Radeln für Bonn oder das Social-Startup helpteers, die beim letzten NachhaltigkeitsCamp entstanden sind. Die enthusiastischen Gesichter, die wir am Ende des Tages erblicken durften, sind auf jeden Fall einer der Hauptgründe, weswegen wir BarCamps so gerne veranstalten.

Einige Sessions nutzten die Silent-Technik. Foto: Bonn.digital

An dieser Stelle noch einmal vielen lieben Dank an Engagement Global, an das BaseCamp und natürlich an alle Session-Geberinnen und -Geber, die das NachhaltigkeitsCamp für uns mal wieder perfekt gemacht haben!

Bis im nächsten Jahr!

Zum Blogbeitrag von Engagement Global.

Zum Artikel im General-Anzeiger Bonn.

1 KOMMENTAR

KOMMENTIEREN

Please enter your comment!
Please enter your name here