Crowdfunding für Bonn

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Crowdfunding ist “Geld sammeln im Internet”, wenn man es einfach sagen möchte. Nachdem des Thema jetzt einige Jahre besonders gehypet wurde, geht es jetzt in die Phase des realistischen Umgangs: Wofür kann ich Crowdfunding im Rahmen der verschiedenen Finanzierungsmethoden nutzen? Und ist es vielleicht mehr als eine Finanzierungsmethode? Einiges spricht dafür, dass Crowdfunding dazu dienen kann, Communities aufzubauen und Marketing zu betreiben, was oft viel mehr wert sein kann, als das reine gesammelte Geld. In diesem Beitrag soll anlässlich zweier Events noch mal ein kleiner Überblick zu dem Thema Crowdfunding geschaffen werden, lokale Projekte sichtbar gemacht und unsere Beratung zum Thema angeboten werden.

Einer der wichtigsten Faktoren beim Crowdfunding ist das Vertrauen. Je näher eine Person dem Projekt steht, desto wahrscheinlicher wird sie ein Unterstützer. Soziale Medien können diese Nähe unterstützen, aber auch die lokale Nähe vor Ort spielt eine wichtige Rolle: Hat das Projekt eine Auswirkung auf meine Umgebung? Darum macht es Sinn, Crowdfunding-Plattformen ganz stark lokal zu denken und zu verankern. Aber nicht jedem sind die bestehenden Crowdfunding-Portale in Bonn bekannt. Einige sind erst vor wenigen Wochen online geschaltet worden.

Welche Plattformen gibt es in Bonn?

Es gibt mindestens sieben Plattformen, auf denen bereits Projekte aus Bonn unterstützt wurden oder die sich auf Bonn und die Region spezialisiert haben:

Zusammengefasst wurden so etwa 260 Projekte aus Bonn auf diesen Portal vorgestellt, 80 davon haben ihre Ziele erreicht, noch viele mehr haben ihre Ziele teilweise erreicht. Zusammengefasst wurden bereits über 350.000 Euro für Bonner Projekte via Crowdfunding gesammelt. Sicherlich haben BonnerInnen noch viele weitere Projekte unterstützt, die hier nicht gefunden oder nicht mehr gelistet wurden. Noch gar nicht erwähnt wurden hierbei die klassischen Spendenplattformen, wie z.B. das Bonner Spendenparlements oder die Aktion Weihnachtslicht des General-Anzeigers.

CrowdDay Rhein-Main 2016

Dennis Schenkel lud mich zum CrowdDay Rhein-Main ein, um dort im ersten Vortrag die Grundlagen zum Thema Crowdfunding am Beispiel meines Crowdfunding-Projekts “Deutsche Nachkriegskinder – revisited” und der lokalen Szene in Bonn zu erläutern. Ich habe den Vortrag in voller Länge mit meinem Smartphone und Periscope live gestreamt und aufgezeichnet. In 50 Minuten erkläre ich komprimiert, was Crowdfunding ist und welche Erfolgsfaktoren es gibt.

Die Vortragsfolien kann man sich hier parallel dazu anschauen bzw. herunterladen:

Leider war der CrowdDay Rhein-Main nicht so stark besucht, wie ich das erhofft hatte. Aber immerhin haben über 200 Leute zumindest mal kurz in den Livestream reingeschaltet, ein paar wenige haben sich sogar den ganzen Vortrag später noch mal angehört, was mich besonders gefreut hat.

“StartupBonn”-Meetup: Crowdfunding for Bonn

Am selben Tag hatte das Meetup “Startup Bonn” zum Thema “Crowdfunding for Bonn” eingeladen, und so konnte ich mir die Vorträge dort nicht entgehen lassen. Steve Paine hat den ganzen Abend per Youtube-Livestream aufgezeichnet:

Es gab zwei Vorträge: Einmal hat Emmanuel Gabriel eine nigerianische Social-Media-Plattform vorgestellt, die demnächst Crowdfunding implementieren möchte. Es gab spannende Einblicke, welche Rolle soziale Medien weltweit spielen und warum auch Neuentwicklung neben Facebook wichtig sein können. Besonders spannend fand ich aber den zweiten Vortrag aus Rumänien, wo Catalina Amihaiesi (Crowdfunder.co.uk) über die Erfahrungen aus der Plattform “Crestemidei” sprach. Sie erklärte die Grundlagen von Crowdfunding und hatte viele Erfahrungswerte, was realistische Ziele beim Crowdfunding sind. Ihren Vortrag, den sie per Skype aus Rumänien hielt, empfand ich als extrem bereichernd.

Crowdfunding for Bonn at Startup Bonn
Crowdfunding for Bonn at Startup Bonn

In der Diskussion fragte dann Cedric Teichmann, welche Crowdfunding-Plattform die Startup-Bonn-Community interessant finden würde. Nicht jedem waren die existierenden Projekte bekannt, aber Teichmann wollte auch eher wissen, wie so eine Plattform aussehen müsste, als ob es Sinn macht neben bestehenden Plattformen eine weitere zu gründen.

Meiner persönlichen Ansicht nach gibt es nur wenige Gründe, in Bonn noch weitere Plattformen zu starten, aber viele Gründe, die existierenden Plattformen mit ihren Projekten aus Bonn sichtbarer zu machen. Bei der Kommunikation scheitern viele Crowdfunding-Projekte, auch wenn sie gute Ideen und Produkte haben. Es geht sogar so weit, dass manche Firmen das Crowdfunding nur noch als reines Marketing-Tool verwenden, obschon die Finanzierung längst gesichert ist.

Beratung und Unterstützung bei Crowdfunding-Projekten

Als Bonn.digital bieten wir gerne Beratung und Unterstützung beim Starten von Crowdfunding-Projekten an. Meine Erfahrungen beruhen dabei aus einem eigenen Wissenschafts-Crowdfunding, das ich bereits umfangreich in meinem Blog und im Projekt-Blog dokumentiert habe, und auf meiner Begleitung von Projekten als Startnext Professional. Wir unterstützen gerne durch die Vorbereitung eines Kommunikationskonzepts, beim Drehen des Pitch-Videos, durch Community-Management während des Crowdfundings und durch die Organisation von lokalen Events, damit das Funding ein Erfolg wird.

Noch lieber würden wir einen lokalen Crowdfunding-Aggregator für Bonn bauen, der die Projekte der verschiedene Portale auf einer Seite sichtbar macht und die Crowdfunding auf allen Portalen kommunikativ unterstützt. Das Konzept dazu haben wir in der Schublade, wo wir es bei Interesse gerne wieder herausziehen und vorstellen. Vielleicht machen wir das im Rahmen eines Crowdfundings.

Kontakt: sascha.foerster@bonn.digital

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